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Lethargie und Langeweile bei der CSU

Die CSU startet ohne Aufbruchstimmung in die Kommunalwahl 2008

Von Jürgen Fischer

Würzburg (DK) Die CSU hat mit Appellen an die Geschlossenheit der Partei den Kommunalwahlkampf 2008 eröffnet. „Wir haben genug Gegner, so dass wir uns nicht selber Gegner sein dürfen“, mahnte Ministerpräsident Günther Beckstein die zerstrittenen CSU-Verbände.

Beckstein und Erwin Huber versuchen, vorzubauen. Einträchtig wie eh und je ziehen die Tandempartner – beinahe unbemerkt – zum Kleinen CSU-Parteitag in die Würzburger s.Oliver-Arena ein. Hernach schmieren sich die beiden ausgiebig Honig ums Maul.

„Ich sage Dir Anerkennung dafür, was die in Berlin durchgesetzt hast“, ruft Beckstein Huber wegen der absenkten Arbeitslosenbeiträge zu. „So kurz in der Berliner Koalitionsrunde zu sein und ihr schon ihren Stempel aufzudrücken“, säuselt der Premier, „ist für uns alle eine stolze Leistung“. Das sage er deshalb, fügt Beckstein hinzu, „weil sich der Erwin selber nicht so loben kann.“

Huber gibt die Komplimente zurück. „Wir stehen zusammen, in der CSU gibt es eine große Geschlossenheit“, schwärmt der neue Parteichef. Kein Blatt Papier passe zwischen das Tandem, lautet Hubers Botschaft. Die müssten die Presseleute sich schon an das Komma klammern, das einer vielleicht einmal anders setze, um einen nicht vorhandenen Streit zu konstruieren.

Schon immer haben es die CSU-Führungsleute verstanden, bei Bedarf hemmungslos gut übereinander zu reden. Doch hinter den Kulissen geht es bei weitem nicht so liebevoll zur Sache. „Es läuft nicht wirklich gut“, sagt ein Parteipräside. Huber-Anhänger in der Landtagsfraktion tragen Beckstein die aus ihrer Sicht verkorkste Regierungsbildung und die nicht weniger angreifbare Regierungserklärung nach. Beckstein-Fans kontern, dass für die wenig überzeugende Mannschaftsaufstellung im Kabinett Huber mit verantwortlich gewesen sei.

Dessen erste Großveranstaltung als Parteichef gerät für die CSU zur Blamage. 120 von etwa 250 Delegierten sind nur nach Würzburg gekommen – nach offiziellen Angaben. Dabei habe man jeden Ersatzmann zusammengekratzt, dem man habhaft werden konnte, heißt es in der Partei. „Die Telefondrähte glühten heiß.“ Zieht man die pflichtgemäß erschienen Vorstandsmitglieder ab, haben sich nur ein paar Dutzend Delegierte auf den Weg nach Unterfranken gemacht. Fast alle Reihen sind mit „Gästen“ besetzt, die offenbar vorwiegend aus den Reihen der Senioren-Union rekrutiert worden sind.

Die Podiumsdiskussion zur Kommunalpolitik, an der als prominentestes CSU-Stadtoberhaupt die Würzburger Oberbürgermeisterin Pia Beckmann teilnimmt, reißt kaum einen von ihnen vom Hocker. „Wir sind die führende kommunalpolitische Kraft“, lästert ein der vielen Parteioberen draußen vor dem Saal, „aber unsere führenden Kommunalpolitiker sind nicht zum Parteitag gekommen.“

Am Ende wird ein Papier verabschiedet, in dem die CSU ihre „Politik aus einem Guss“ rühmt. Da hat es auch die neue Generalsekretärin Christine Haderthauer nicht leicht. „Der CSU-Kommunalwahlkampf ist eröffnet“, ruft die Ingolstädterin in den Saal. „Wir gehen mit Schwung und Elan ins Wahljahr 2008.“

Manch einer aus der CSU-Führung sieht das anders. „Es gibt keine Aufbruchstimmung“, klagt ein Parteispitzenmann. Vor lauter Geschlossenheit herrsche in der CSU „Lethargie“ und „Langeweile“, stimmt ein Vorstandskollege zu. Und dummerweise sei daran bis auf Weiteres nichts mehr zu ändern: „Das Jahr 2007 ist gelaufen.“