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28. März 2007 FW Ingolstadt

"Geschätzter Unruheherd"

Hörten gespannt zu: Der designierte OB-Kandidat der Freien Wähler, Sepp Misslbeck, und seine Frau Christel.
"Mich wundert gar nichts mehr": Gerold Christmann nahm in seinen Otto-Reuter-Couplets Ingolstädter Begebenheiten aufs Korn.
Rund 180 Gäste bei FW-Starkbierfest

Ingolstadt (DK) Mit so einem Ansturm hatten die Freien Wähler nicht gerechnet: Rund 180 Gäste kamen am Montagabend zum Starkbierfest in den Kastaniengarten nach Oberhaunstadt.

Damit alle Platz fanden, mussten noch zusätzlich Stühle in den Saal gestellt werden. Man habe bewusst Eisbock gewählt, betonte eingangs FWVorsitzender Peter Gietl. "Denn wir vertragen ruhig ein paar Promille und bei den anstehenden Wahlen ein paar Prozent mehr."

Der designierte OB-Kandidat Sepp Misslbeck wollte sich schon mal im Bierfass-Anstich üben. Die medienwirksame Aktion allerdings hatte einen Haken: Das Fassl war bereits vorher hinter verschlossenen Türen vom Schankkellner "ozapft" worden. Pech für Misslbeck – auf Wunsch der anwesenden Fotografen nahm er dennoch kurz den Schlegel in die Hand.

Noch bevor Gerold Christmann und Willibald Schels aus Gaimersheim musikalisch die Ingolstädter Stadtpolitik aufs Korn nahmen, stimmte Misslbeck die Anwesenden in launigen Worten auf den Wahlkampf ein. Mit den "drei tragenden Säulen" Peter Gietl als Vorsitzendem ("unserem jahrzehntelangen Denker und Lenker"), Wolfgang Scheuer als Fraktionschef, der "neben körperlicher Standfestigkeit" auch Idealismus und demokratische Überzeugungskraft besitze und ihm, Misslbeck, als dritter Säule sieht er die Chance, "die fundamentisierte Mehrheit der CSU zu brechen" besser denn je. Die FW-Stadträte seien dabei "die feste Burg". Hans Stachel, kantiges FW-Urgestein", Markus Reichhart als "gefürchteter und geschätzter Unruheherd in der Verwaltung", Gerd Werding ("unser soziales Gewissen"), Klaus Böttcher ("ein Urschanzer mit Bürgernähe") und Carina Liepold, "Jungmutter und bislang einige Frau in der Runde". Und nicht zu vergessen natürlich "die graue Eminenz" Alfred Hagn ("unser Finanzgenie") sowie den "für seine progressive und aggressive Art bekannten" Architekten Helmut Stich als "im Hintergrund wirkende Berater".

Licht und Pranken

Für Lachsalven sorgte Gerold Christmann der, von Willibald Schels am elektronischen Klavier begleitet, in seine Otto-Reuter-Couplets, geschickt die eine oder andere Ingolstädter Begebenheit gepackt hatte. Lichtbänder, die nicht leuchten, waren genau so dabei wie die Pranken in der Altstadt, der Viktualienmarkt, die Münsterbiesler, der Stammtisch, auch "fünfte Fraktion" genannt, bis hin zur "Privatvilla" im Luitpoldpark.

Musikalisch umrahmt wurde das Starkbierfest von der Gaimersheimer Blaskapelle.