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15. Januar 2007

An der Basis hat Abgesang auf Stoiber längst begonnen

Eichstätt (EK) Von jener lustvollen Unterwerfung, die dem CSU-Parteivolk so gerne nachgesagt wird, war Freitagabend in der Krone wenig zu spüren. Es wurde geschafkopft und auch politisiert. Die Stimmung zeigt: Stoiber hat nur wenig Rückhalt.

Eine nicht unbedingt repräsentative, aber doch recht aussagekräftige Umfrage des EICHSTÄTTER KURIER beim traditionellen Schafkopfrennen des Eichstätter CSU brachte ein Zweidrittel-Ergebnis. Allerdings nicht im Sinne des angeschlagenen Parteichefs: 13 CSU-Miglieder sprechen sich für eine erneute Spitzenkandidatur von Edmund Stoiber bei der Landtagswahl 2008 aus, 23 dagegen. Allerdings: Selbst die meisten Pro Stoiber-Stimmen sind mit einem kräftigen "Aber" versehen. Zum einen gebe es ("leider") keine Alternative, sagen die einen ("der hat sich ja keinen nachgezogen"), zum anderen solle Stoiber nach der Wahl höchstens noch zwei oder drei Jahre Ministerpräsident bleiben, aber bitteschön nicht bis 2013.

In der Vergangenheit

Natürlich: Es gibt auch Lob. Stoiber habe "eine tolle Politik" gemacht, war zu hören, er habe "Hervorragendes" für Bayern geleistet. - "Gemacht." "Geleistet.": Unbewusst oder vielleicht bewusst wird die Vergangenheitsformel bemüht. Der Abgesang auf Edmund Stoiber an der Basis hat längst begonnen.

Es sei wie bei einem Fußballtrainer , da zählten bei einer Krise die früheren Leistungen auch nicht mehr, bedauert ein Eichstätter CSUler. Um prompt anzufügen: "Stoiber ist eine Belastung für die CSU geworden." Ihm sei ein Ende mit Schrecken lieber, als ein Schrecken ohne Ende.

"Uneinsichtig"

Ein anderes (prominentes) Eichstätter CSU-Mitglied versucht sich im Hinauskomplimentieren: Mit 65 Jahren sei der Job eines Regierungschefs doch recht "anstrengend", Stoiber möge sich daher "in den wohlverdienten Ruhestand" begeben. Weniger zimperlich gingen andere mit Stoibers Befinden um: Er habe seinen Zenit überschritten, war aus der Führungsetage der örtlichen CSU zu vernehmen. Und: "Er hat das Heft nicht mehr in der Hand."

Deutlich wird ein geordneter und vor allem rascher Rückzug gefordert: "Es ist bedauerlich, mit ansehen zu müssen, wie sein Verhalten der Partei schadet", zeigt sich ein "CSU-Grande" mächtig angefressen. Der "uneinsichtige" Stoiber habe genügend "Porzellan zerschlagen".

Das einst so getreue Eichstätter Parteivolk gibt sich inzwischen ziemlich deftig, was seine Haltung zum Vorsitzenden angeht: "Bei mir hat er‘s verschissen", drückt sich ein Kartler zwischen Solo und Wenz recht deutlich aus.

"Der macht sich doch selber kaputt", so ein anderer. Zu lange schon sei Stoiber an der Macht.

Und dann kommt "diese Berlin-Sache" zur Sprache: Das "Mal so, mal so" und "Rauf und Runter" nach der Bundestagswahl 2005 haben sie Stoiber auch hier nie verziehen.

Berlin, Berlin und nochmal Berlin: Stoibers Rückzieher sei "enttäuschend" gewesen und habe seinem Ansehen geschadet, weil er "kein Rückgrat" bewiesen habe. "Seither rumort es an der Basis." Also nicht erst, seit sich die Widersacherin aus Fürth zu Wort gemeldet hat. Diese scheint hier zwar nicht die allergrößte Sympathieträgerin zu sein – "lieber St. Pauli als Pauli" – doch so ganz ohne sei sie ja wohl nicht, die Bespitzelungsaffäre: "Wenn nichts dran wäre, wäre doch Stoibers Büroleiter nicht zurückgetreten", wird gemutmaßt. Oder: "Wenn Stoiber sagt, er hat nichts gewusst, dann sagt er nicht die Wahrheit." Grundsätzlich hätte Stoiber das Gespräch mit Pauli früher suchen sollen: "Sie ist ja nicht irgendwer." Sollten ihre Anschuldigungen gerechtfertigt sein, so eine weitere Stimme, sei das "ein Skandal hoch fünf". Im gleichen Atemzug kommt der Begriff "Stasi-Methoden".

Wenig fein fällt auch die Beurteilung dessen aus, was die Parteispitze derzeit unter Krisenmanagement versteht: Das sei "das Schlimmste", "extrem schlecht" oder schlichtweg "mies". Und überhaupt seien die "dauernden Solidaritätsbekundungen für Stoiber fast schon peinlich", findet ein führendes Mitglied der Eichstätter CSU.

Unverhohlen kommt hier auch die Sorge ums Abschneiden bei der Kommunalwahl im März 2008 zum Ausdruck: Wenn die "Jagd auf Stoiber" noch länger anhalte, er als "Ballast" mitgezogen wird, und "das Drama weiter geht", könne dies Stimmen kosten. Es müssten "jetzt" die Weichen gestellt werden.

Nur - wer soll denn Stoiber als Ministerpräsident und/oder Parteichef beerben? Es sei eine "Revolution ohne Revolutionsführer", sagt einer. "Der Herrmann würde mir gut gefallen", meint ein anderer. Der Chef der CSU-Landtagsfraktion war erst neulich zu Gast beim Eichstätter Ortsverband. "Natürlich" der Seehofer. Oder der Schneider Sigi, der Kultusminister, als hiesiger Abgeordneter quasi einer der ihren. "Warum nicht?"

Unter sind Trumpf

Für viele hier scheint Stoiber bereits Geschichte. Und es ist sogar fast so etwas wie Mitleid zu spüren: "Er hält sich immer noch für den Eichel-Ober", zitiert ein Schafkopfer einen satirischen Radiobeitrag. "Dabei wird schon längst ein Wenz gespielt." Und da stechen bekanntlich die Unter.

EK vom 14.01.2007