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08. Dezember 2006

"Die CSU ist plump und bürgerfern"

Hubert Aiwanger (35) lässt als FW-Vorsitzender gerne die Muskeln spielen. Foto: oh

Der neue Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, lässt verbal kräftig die Muskeln spielen

München (DK) Daheim stehen 20 Stück Milchvieh und 50 Zuchtsauen dicht gedrängt im Stall: Vormittags gibt Hubert Aiwanger in Rottenburg an der Laaber den Landwirt, am Nachmittag den Politiker im feinen Zwirn, der mit schneidigen Worten durchs Land pflügt. Wenn der Parteichef der Freien Wähler den Raum betritt, wird sofort klar: Da kommt einer mit einer Mission. "Die CSU ist plump und bürgerfern", sagt der Niederbayer. "Wir sind die einzige unverbrauchte Kraft im Land. Drum müssen wir rein in den Landtag.

Dass er für die Freien allein dieses Ziel im Visier hat, daraus machte der 35-Jährige beim Besuch der Münchner Redaktion des DONAUKURIER kein Hehl. Am liebsten würde Aiwanger, der kein kommunalpolitisches Mandat innehat, nach der Wahl im Herbst 2008 gleich mit regieren, sollte die CSU die absolute Mehrheit verlieren. "Ich arbeite mit jedem zusammen, wenn unsere Ziele umsetzbar sind." Also auch mit der CSU, "wenn sie uns endlich fair behandelt". Und wenn nicht, dann eben mit SPD und Grünen.

Gelingen soll der Sprung in den Landtag mit kantigen Verbalgeholze - notfalls sogar am Rande des juristisch vertretbaren. Hauptfeind CSU sei dank der üppigen Parteispenden aus der Industrie "korrupt und gekauft", tönte Aiwanger jüngst. Die CSU, die die landespolitischen Ambitionen der FW bis dato standhaft ignoriert hatte, ging prompt in Angriffsstellung. "Der Mann ist meiner Meinung nach radikal", entrüstete sich CSU-Generalsekretär Markus Söder. "Nur Rechtsextreme bezeichnen demokratische Parteien als korrupt."

Aiwanger ist damit eindeutig zum Lieblingsfeind Söders mutiert. "Die werden nervös, schön für uns", grinst der FWChef. "Endlich stehen wir gemeinsam im Boxring." Dass er mit seinem Korruptions-Vorwurf übers Ziel hinausgeschossen ist, mag der gelernte Agrarwirt nicht zugeben. "Das war vielleicht etwas derb formuliert. Aber ich habe mit Volkes Stimme gesprochen."

Außerdem solle sich die CSU bloß nicht künstlich aufregen und ihn einen Rechtspopulisten schimpfen, sondern lieber im eigenen Laden für Ordnung sorgen. "Zahlreiche Ex-Republikaner haben bei denen Unterschlupf gefunden", behauptet Aiwanger. "Das sucht seinesgleichen."

Mal sehen, wie die CSU mit dieser Unterstellung umgehen wird. Mit seinem kantigen Auftreten macht sich Aiwanger auch in den eigenen Reihen nicht nur Freunde. "Da gibt es gewisse Gepflogenheiten, die er sich noch aneignen muss", meint ein oberbayerischer FW-Mann und seufzt: "Jeder hat eben seinen eigenen Stil."

Bereits die Wahl des Niederbayern hatte der biederen FW-Truppe im März eine tumultartige Versammlung beschert. Kurzfristig wurde sogar die Spaltung der Freien Wähler befürchtet. Wunden, die weitgehend verheilt scheinen. Aiwanger hat seither in den eigenen Reihen geschickt gepunktet. Fast täglich springt er nach der Stallarbeit in seinen Privat-Pkw und tourt durch Bayern zu den FW-Kreisverbänden – bislang fast 50 000 Kilometer.

Dafür zollen ihm viele Freie Anerkennung. "Meine Kritiker sehen, dass ich nicht so bös bin, aber gradlinig und offen", erzählt Aiwanger. Auch den Widerstand gegen die dritte Landtagskandidatur hält er in zahlreichen FW-Kreisverbänden für gebrochen. "Wir ziehen alle an einem Strang."

Ob dies auch inhaltlich der Fall ist, bleibt offen. Aiwanger ist jedenfalls für wenig und gegen alles: gegen die Homo-Ehe, gegen den EU-Beitritt Bulgariens und Rumäniens, gegen den Transrapid, gegen, gegen und gegen – eben Populist durch und durch. "Die bayerische Politik", sagt er, "st eine große Problemzone, die der CSU zugeordnet wird". Darum warteten die Wähler geradezu darauf, dass die Freien sie vom Joch der Staatspartei befreiten. Langfristig, hofft er, "werden wir Freien im Landtag mit einem zweistelligen Ergebnis sogar stärker sein als die SPD."