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Mitglied des Bayerischen Landtags

Pfahlstraße 14
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19. Mai 2005

Ohne Stichwahl hätte manches Rathaus einen anderen Chef

Beckstein-Vorstoß: Würde einfache Mehrheit reichen, gingen Neumeyer und Richter wohl immer noch zur Schule / Favoritenstürze.

Eichstätt (kno) Was wäre wenn. . . ? Wenn der Vorstoß von Bayerns Innenminister Günther Beckstein, die Stichwahlen bei Bürgermeisterwahlen abzuschaffen, schon längst Realität wäre? In einigen Kommunen des Landkreises Eichstätt säßen jetzt ganz andere Gemeindeoberhäupter, und in Eichstätt wäre die viel beachtete Palastrevolution 1994 ausgeblieben. Denn damals hatte CSU-Kandidat Heinz Hörmann mit knapp 41 Prozent deutlich mehr Stimmen als SPD-Herausforderer Arnulf Neumeyer (28 Prozent).

Hätte, wie Beckstein es nun fordert, die einfache Mehrheit gereicht, ginge Neumeyer wohl immer noch als Lehrer in die Schule. So aber schaffte er bei der Stichwahl die Sensation und schlug Hörmann mit 58 Prozent aus dem Feld. Der "rote Nulf" ist seit elf Jahren in Amt und Würden und wird es wohl bis zu seiner Rente bleiben. Bei der nächsten Wahl 2006 geht er jedenfalls als Favorit ins Rennen. Beim Kramen tief im Archiv unserer Zeitung wird rasch klar, dass es in unseren Breitengraden ohne Stichwahl erhebliche Verschiebungen gegeben hätte. Sechs Stichwahlen waren 1990 nötig · vier von ihnen gingen an den zunächst stimmenschwächeren Bewerber: In Adelschlag lag nach dem ersten Wahlgang noch Isidor Wittmann (CSU) mit 35 Prozent vor SPD-Kandidat Hermann Hochrein (28 Prozent). Bei der Stichwahl konnte sich Hochrein mit 55 Prozent durchsetzen. In Hitzhofen führte nach dem ersten Wahlgang Josef Schmidtner von der Unabhängigen Wählergemeinschaft mit 34 vor Andreas Dirr (CSU) mit 33 Prozent. Bürgermeister wurde Dirr mit 55 Prozent, und das ist er auch heute noch. Die Ära Horst Volkmer in Großmehring wäre ohne Stichwahl so nicht möglich gewesen: Der Kandidat der Unabhängigen Wählergemeinschaft hatte zunächst 39 Prozent, CSU-Mann Max Obermayer 44 Prozent. Bei der Stichwahl wendete sich das Blatt: Volkmer (immer noch im Amt) konnte sich mit knapp 56 Prozent durchsetzen. Ähnlich die Situation damals in Eitensheim: Auch hier hatte der CSU-Kandidat Franz Kaupert zunächst die Nase mit 46 Prozent deutlich vorn. Gemeindeoberhaupt wurde aber 14 Tage später Josef Funk (SPD) hauchdünn mit 50,3 Prozent.

Einzig in Pförring und Wettstetten wurden die im ersten Wahlgang Führenden später auch Bürgermeister: Klaus Saalfeld (CSU) und Hans Mödl (Freie Wähler). Fünf Stichwahlen gab es bei der Kommunalwahl 1996, bei dreien wurden die Favoriten gestürzt: In Denkendorf gewann klar Josef Bienek (FW), der mit knapp 25 Prozent zunächst noch hinter SPD-Kontrahent Harald Gröger (29) gelegen hatte. Eine faustdicke Überraschung gab es in Kipfenberg: Hier hatte Bürgermeister Christian Weiß (CSU) mit 44 Prozent zuerst noch die Nase vorn. Zwei Wochen später überholte ihn Lehrer Rainer Richter (SPD), der um 20 auf 54 Prozent zulegen konnte. Auch in Pförring wäre es für die CSU ohne Stichwahl besser gelaufen: Hier hatte CSU-Mann Siegfried Summer mit 41 Prozent die beste Ausgangslage. Bürgermeister aber wurde zwei Wochen später mit knapp 53 Prozent Bernhard Sammiller (UW). In Nassenfels war´s weniger spannend: Andreas Husterer (CSU) war beim ersten Mal nur knapp an der absoluten Mehrheit gescheitert. Den Sack machte er bei der Stichwahl zu. In Eitensheim konnte sich Amtsinhaber Josef Funk (SPD) auch in der Stichwahl durchsetzen.

Den Urnengang wiederholen mussten die Wähler 2002 nur in zwei Gemeinden, und hier wurden die ersten Wahlgänge bestätigt: In Dollnstein lag Herausforderer Hans Harrer (CSU) mit 41 Prozent deutlich vor SPD-Amtsinhaber Konrad Liepold (31 Prozent). Bei der Stichwahl konnte Harrer den Bürgermeistersessel für sich erobern. In Eitensheim war die Entscheidung ebenfalls vertagt worden: CSU-Mann Michael Stampfer, der mit 44 vorne war, wurde letztlich von den Wählern mit 55 Prozent bestätigt.

Das Fazit: 14 Stichwahlen gab es bei den letzten drei Kommunalwahlen und der OB-Wahl 1994 in Eichstätt. Acht Mal gewann der Bewerber, der zunächst weniger Stimmen hatte. Sechs Mal zog dabei die CSU den Kürzeren, einmal die SPD (Denkendorf), ein Mal die UW (Hitzhofen). Das heißt: Hätte die einfache Mehrheit gereicht, hätte die CSU sechs Wahlen gewonnen statt verloren.