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mieser Abgang: CSU-Bürgermeister Franz Uhl

Bürgermeister droht Räten

Freundlich hatte Bürgermeister Franz Xaver Uhl bei der letzten Stadtratssitzung ausscheidende Mandatsträger, darunter Gertraud Seitz und Walter Lenz, verabschiedet. - Foto: Riedl

Beilngries (DK) Wenige Stunden nach seiner Verabschiedung durch den Stadtrat hat der Beilngrieser Noch-Bürgermeister Franz Xaver Uhl einen Eklat ausgelöst. Der CSU-Mann, der am 1. Mai nach 14-jähriger Tätigkeit als Bürgermeister in Beilngries (Landkreis Eichstätt) das Amt des Landrats in Weißenburg-Gunzenhausen antritt, beschimpfte nach Augenzeugenberichten im Anschluss an ein gemeinsames Essen drei CSU-Mandatsträger und eine SPD-Stadträtin, die sich von Uhl persönlich verabschieden wollten, und drohte mit Repressalien. Der Führungsstil Uhls in „Gutsherrenmanier“ hatte in der Vergangenheit die Atmosphäre im Stadtrat vergiftet.

DK vom 28. April 2008

Empörung über "Rundumschlag" des Bürgermeisters

Beilngries (DK) Die Verabschiedung der ausscheidenden Stadträte und des Bürgermeisters war elegant über die Bühne gegangen, das Abschiedsessen beim "Millipp" hatte allen gemundet. Doch als sich die letzten Räte von Franz Xaver Uhl verabschieden wollten, ist dieser laut Zeugen "ausgerastet".

Wie am Samstag ausführlich berichtet, verlief die letzte Stadtratssitzung in der am Mittwoch zu Ende gehenden Legislaturperiode auffällig harmonisch. Als Stadtrats-Sprecher würdigte Dr. Jochen Maurer (CSU) die Verdienste des scheidenden Bürgermeisters, bescheinigte ihm sogar, dass er sich in seiner "gesamten Amtszeit mit Leib und Seele für Beilngries eingesetzt" habe. Nur kurz ließ Maurer "gewisse Auseinandersetzungen" in den vergangenen Monaten durchblicken, von Schelte konnte aber keine Rede sein. "Wir wollen heute Persönliches beiseite lassen, nach Möglichkeit vielleicht sogar vergessen, einen Schlussstrich ziehen", sagte der Laudator. Alle Stadtratsfraktionen hatten Maurer zu dieser Verabschiedungsrede legitimiert. "Wir hatten uns abgesprochen, in der letzten Sitzung unseren Mund zu halten, damit Emotionen nicht erneut hochkochen", bestätigten Räte von SPD, Bürgerliste und Freien Wählern am Samstag in DK-Gesprächen.

Auch der Noch-Bürgermeister sparte bei der Verabschiedung ausscheidender Räte nicht mit Lob. In der Fortführung der öffentlichen Sitzung, beim gemeinsamen Abendessen, gab sich Franz Xaver Uhl sogar charmant. Er wünschte allen guten Appetit. Erst als sich Pressevertreter und mehrere Gremiumsmitglieder von Uhl verabschiedet hatten, kam es am Donnerstagabend gegen 22 Uhr im Lokal vor mehreren Augenzeugen zum Eklat. Laut übereinstimmender Aussagen einiger vom DONAUKURIER am Samstag befragter Augenzeugen hat sich der Vorfall beim "Millipp" in etwa wie folgt abgespielt:

Im Versammlungslokal befanden sich neben Uhl noch die Ratsmitglieder Josef Keckl, Gertraud Seitz, Claudia Bach, Georg Harrer, Walter Lenz, Ulrich Zucker, Irene Vieracker, Franz Alberter und Anton Ullermann, als sich Josef Keckl (CSU) von Uhl verabschieden wollte, zu versöhnlichen Worten ansetzte und ihm die Hand reichte. Doch Uhl verweigerte ihm seine Hand, setzte dafür laut Aussagen von Keckl und weiteren Augenzeugen zu einem "Rundumschlag" aus, wobei er zuerst "aufbrausend, aggressiv und unter der Gürtellinie " Josef Keckl, dann Claudia Bach (SPD), Walter Lenz (CSU) und Georg Harrer (CSU) attackierte und auch mit Repressalien drohte (siehe eingeblockten Bericht) .

Auf Fragen des DONAUKURIER zu dem Vorfall erklärte Franz Xaver Uhl am Samstag-nachmittag, es handle sich hierbei um eine "private Angelegenheit". Das habe mit der öffentlichen Sitzung nichts mehr zu tun gehabt. Er wolle daher auch nichts dazu sagen.

 

Von Josef Riedl

"Fern jeglichen demokratischen Denkens"

Beilngries (jr) Der DONAUKURIER befragte Josef Keckl, Claudia Bach, Walter Lenz und Georg Harrer zu den Wort-Attacken und Drohungen durch Bürgermeister Franz Xaver Uhl.

Josef Keckl: "Der Bürgermeister ist nach zwei Sätzen von mir aufgebraust und aggressiv geworden. So etwas hätte ich nicht für möglich gehalten. Er hat vor Zeugen gesagt, dass er in seiner Funktion als Landrat in Mittelfranken dafür sorgen werde, dass ich von meiner Dienststelle als Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg entfernt werde. In seinem Rundumschlag sind auch andere Stadträte abgekanzelt und beschädigt worden. Dieses Verhalten liegt fern jeglichen demokratischen Denkens. Da fehlen einem die Worte. Von einem Bürgermeister oder Landrat erwartet man ein ganz besonderes demokratisches Verhalten. Wir sind friedfertig zur letzten Stadtratssitzung gegangen, es hat keinen Anlass zum Aufflackern vergangener Unstimmigkeiten gegeben. Es war und ist mein ehrliches Bestreben, in Beilngries etwas vorwärts zu bringen. Freunde haben mir geraten, das Zeug hinzuschmeißen, doch das werde ich nicht tun."

Claudia Bach: "Wir haben in der Sitzung bewusst nichts über die vergangenen Probleme mit Uhl gesagt. Dr. Maurer war vom Gesamtstadtrat beauftragt, die Laudatio zu halten. Man wollte einen Schlussstrich ziehen. Ich hatte bisher Achtung vor den Leistungen Uhls, doch wenn sich dieser menschlich auf ein Niveau begibt, wo man überhaupt nicht mehr damit umgehen kann, dann geht diese Achtung verloren. Uhl ist gegen Keckl ausfällig geworden, das war ganz klar unter der Gürtellinie. Dann hat er auf mich gedeutet und mit dem Finger gedroht, ich sei als Nächste dran. Uhl hat angekündigt, dass er rechtlich gegen mich wegen einer Veröffentlichung in Sachen Bürgermeister-Dienstwagen in der SPD-Wahlkampfzeitung vorgehen werde. Das lasse er nicht auf sich sitzen. Auch Walter Lenz und Georg Harrer hat er angeschrien, das war demütigend. Das Ganze haben auch zahlreiche Zaungäste im Lokal mitbekommen."

Walter Lenz: "Dieser Rundumschlag war beschämend für einen Mann, der ein solches Amt bekleidet. Ich bin nach Drohungen gegangen und habe Uhl erklärt, dass mir das zu flach ist."

Georg Harrer: "Ich hatte in einem Brief an den Bürgermeister unter anderem kritisiert, dass dieser keine Wahl von Ortssprechern mehr durchführen ließ. Am 30. April endet die Amtszeit, ab 1. Mai sind Ortssprecher und Ortsbeauftragte außer Funktion. Uhl hat unter anderem angekündigt, mir einen saftigen Brief zurück zu schreiben."

Von Josef Riedl