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26./27. Januar 2008: Sozial-FOS soll nicht nach Eichstätt

Freie Wähler Neuburg-Schrobenhausen: Sozial-FOS soll nicht nach Eichstätt

Landrat bittet Kultusminister, Entscheidung zu revidieren

Von K.P. Frank

Neuburg (DK) Den Eichstätter Landrat Xaver Bittl freut die Entscheidung Siegfried Schneiders, einen sozialen Zweig der Fachoberschule in Eichstätt anzusiedeln. In Neuburg wird das als Wahlkampfgeschenk des Kultusministers kritisiert. Freie Wähler und Landrat fordern eine Sozial-FOS für Neuburg.

Der Protest aus Neuburg-Schrobenhausen kommt nicht von ungefähr. Schließlich investiert der Landkreis in den kommenden Jahren etwa zehn Millionen Euro in die Modernisierung und Renovierung der Fachoberschule und Wirtschaftsschule in Neuburg. Seit Jahren wird der Wunsch formuliert, die Zweige Technik und Wirtschaft um den Bereich Soziales zu ergänzen und damit das Angebot zu komplettieren. Mehrfach gab es entsprechende Anträge. Am 8. März 2007 fasste der Kreistag sogar eine dahingehende Resolution. Die wurde vom Kultusministerium mit dem Hinweis auf das angeblich fehlende Schülerpotenzial abgelehnt. Dieses Potenzial wurde bemerkenswerter Weise aber nie eruiert, denn die Neuburger Schule bemüht sich seit fünf Jahren vergeblich um eine Probeeinschreibung, die konkretes Zahlenmaterial liefern würde.

Als Hans Scholz, Fraktionssprecher der Freien Wähler im Kreistag, nun aus dem DONAUKURIER erfuhr, dass im Nachbarlandkreis Eichstätt noch in diesem Jahr eine neue Sozial-FOS den Unterricht aufnehmen soll, löste das bei dem Schrobenhausener Berufsschullehrer „Überraschung und großes Erstaunen“ aus. Zwar könne man den bildungswilligen Jugendlichen im Einzugsbereich Eichstätt grundsätzlich gratulieren, dennoch sei die Entscheidung für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sehr bedauerlich.

Scholz griff am 20. Januar zur Feder, schrieb an Landrat Richard Keßler und warf die Frage auf, ob hier womöglich in der Vergangenheit zu halbherzig agiert worden sei. FWFraktionschef Scholz: „Wir bitten Sie deshalb, unverzüglich mit dem Schulministerium zu klären, wie weit die mittel- und langfristige Planung für den Bereich FOS Neuburg gediehen ist. Gegebenenfalls ist ein erneuter Antrag auf Einrichtung eines Fachbereiches Sozialwesen an der FOS Neuburg zu stellen.“ Die Schaffung von Bildungseinrichtungen sei ein viel zu ernstes Thema, um damit in Wahlkampfzeiten Nachbarlandkreise gegeneinander auszuspielen.

Richard Keßler reagierte drei Tage später auf Scholz’ Brief und/oder die Entscheidung Schneiders seinerseits mit einem knapp dreiseitigen Schreiben an den Kultusminister. Darin erinnert er an die jahrelangen Bemühungen der Neuburg-Schrobenhausener um den Sozialzweig. Unverständlich sei, dass noch nicht einmal eine Probeeinschreibung genehmigt worden sei. Der Sozialzweig, so Keßler, würde das Fächerangebot komplettieren, was schulorganisatorisch weitaus sinnvoller sei. So aber würden beide Standorte durch ein konkurrierendes Angebot auf unsicheren Boden gestellt. Unter anderem verweist der Landrat auch auf die Nachbarschaft der Fachoberschule: Kinderklinik, Geriatrie, Krankenhaus St. Elisabeth, Krankenpflegeschule, Berufsfachschule für Hauswirtschaft und Kinderpflege, die sich für die Ableistung von Praktika geradezu anbieten. „Vor diesem Hintergrund bitten wir, die Entscheidung zu revidieren“, fordert Keßler, schiebt aber das diplomatische Angebot nach, Eichstätt als Außenstelle von Neuburg zu führen und nicht als Satellit der FOS Ingolstadt. Damit wäre, so der Landrat, auch der Forderung nach einer Stärkung des ländlichen Raumes entsprochen. Abschließend stellt Richard Keßler im Namen des Kreistages erneut den Antrag, eine Probeeinschreibung für die Fachrichtung Sozialwesen durchzuführen. Die wäre wohl angebracht, glaubt man der stellvertretenden FOS-Schulleiterin Elisabeth Komeyer. Fast täglich werde an der Schule nach einem Sozialzweig gefragt, weswegen man sich seit fünf Jahren um eine Probeeinschreibung bemühe. Derzeit gibt es an der Neuburger FOS, die im September 2002 in Betrieb gegangen ist, die Zweige Wirtschaft und Technik. Die Schule wird sehr gut angenommen und um das Fundament zu sichern, investiert der Landkreis obendrein jährlich 28 000 Euro in die Bus-Beförderung der Schüler aus dem Landkreis Eichstätt.

Aus meiner Sicht: Kommentar von H. P. Frank

Die Sozial-FOS für Eichstätt, ein Wahlkampfgeschenk des Kultusministers Siegfried Schneider an seine Parteifreunde von der CSU? Eine Karriere-Abrundung für Xaver Bittl und ein bisschen Schub für dessen möglichen Nachfolger Anton Knapp? In Neuburg wird das vermutet, außerhalb der CSU wird es sogar artikuliert. Ist natürlich eine böse Unterstellung, denn Wahlkampfgeschenke, wo gibt’s denn so was. Schneiders Entscheidung ist auch keine Eingebung von Engel Aloysius, sondern ganz normale bayerische Bildungspolitik. Da wird nicht viel gemacht, was Hand und Fuß hat. Obendrein hat der Minister ein Eigentor geschossen, denn in Neuburg-Schrobenhausen gehen nicht nur Michael Kettner (SPD) und Roland Weigert (FW) mit der Bildung hausieren. Unionsspitzenkandidat Josef Konrad selbst will Neuburg zum Schul- und Bildungszentrum machen. Die Sozial-FOS gehört nach Neuburg. Hier werden zehn Millionen investiert. Hier werden 28 000 Euro jährlich hingeblättert, um Schüler aus dem Landkreis Eichstätt zu befördern. Hier sind die Strukturen ausgereift und das Umfeld für Schulpraktika liegt vor der Haustüre. Bildungspolitik sollte mehr sein, als Spielmaterial für billige Reklame im Wahlkampf. Aber wie macht man das einem Politiker klar?

K.P. Frank