Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

FREIE WÄHLER im Landkreis Eichstätt

Anton Haunsberger
Kreisvorsitzender

Herzog-Ludwig-Straße 5
85110 Kipfenberg

Email: info@fw-landkreis-eichstaett.de


FREIE WÄHLER im Bayerischen Landtag

Eva Gottstein
Mitglied des Bayerischen Landtags

Pfahlstraße 14
85072 Eichstätt

Email: buero@eva-gottstein.de


Seiteninhalt

22. Februar 2008 "Starker Tobak beim Starkbier"

Das „Brunnen-Huberl“ und sein „Barbiepupperl“: Fastenprediger Lerchenberg verärgert die CSU

Fastenprediger Michael Lerchenberg

Von Jürgen Fischer

München (DK) Der Hauptdarsteller kam quasi mit Begleitschutz. „Ich habe meine Einladung vergessen“, entschuldigt sich CSU-Chef Erwin Huber, als er an der Seite von Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) zum Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg kommt. Zuvor hat bereits CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer ihre  schützenden Hände vor ihrem Chef ausgebreitet: „Das ist ein Sturm im Wasserglas“, kommentiert sie Hubers Schwierigkeiten mit der Bayerischen Landesbank.

Nein, er habe keine weichen Knie, beteuert derweil Huber, er kriege ja auch vorher ein Starkbier. „Schonung“, ist sich der Finanzminister indes klar, „kann man am Nockherberg nicht erwarten.“ Die Wirklichkeit übertrifft dann wohl Hubers schlimmste Befürchtungen. Starker Tobak ist das, was der neue Fastenprediger und frühere Darsteller von Edmund Stoiber, Michael Lerchenberg, den Gästen im rauchfreien Paulaner-Festsaal bietet.

„Weil Lügen kurze Beine haben“, habe die CSU in ihrem Fanshop ihren dort als Pappkameraden erhältlichen Vorsitzenden kurzerhand vergrößert, spottet der Bußprediger. Für ein Bronzedenkmal für Huber werde es nach der Landesbank-Affäre wohl nicht mehr reichen. Doch da könne der Niederbayer ja nur froh sein: „Am Ende müssten’s die ganze Zeit in an Brunnen reinbieseln, als das Brunnen-Huberl von Dingolfing, und hätten dick Taubendreck am Kopf.“

Auch der CSU Generalin wird mächtig eingeschenkt. „Die heißt, Moment . . .“, blätterte Lerchenberg zögernd in seinen Unterlagen, „ . . . Christine Haderthauer!“ Früher habe es bei der CSU ein blondes Fallbeil gegeben, „jetzt gibt’s bloß noch ein schwarzes Buttermesser.“ Haderthauer sei „nicht naufmarschiert in die Kampfabteilung der CSU, sondern runteremanzipiert word’n zum Barbiepupperl der CSU“, lästert der in Mönchskutte erschienene Bußprediger.

Da gibt es die ersten verhaltenen Buh-Rufe. Vor allem den CSU-Granden sind angesichts von Lerchenbergs giftiger Rede schon die Gesichtszüge eingefroren. „Da hätten sie auch den Django Asül behalten können“, meinen viele Zuhörer. Derweil ist Haderthauer die Predigt „ein bisschen zu platt“.

Abfuhr für Schneider

Lerchenberg knöpft sich auch CSU-Kultusminister Siegfried Schneider vor. Der Eichstätter sei „so farblos und unscheinbar“, dass er „das beste Beispiel für die schleichende Sozialdemokratisierung der CSU“ sei. Aber Schneiders geringe Bekanntheit sei ja wohl Strategie. „So kommen Sie wenigstens zu Fuß unbehelligt vom Marienplatz zum Stachus, weil keiner weiß, dass Sie der Büchergeld-Wegelagerer sind.“

Den wegen einer Grippe bettlägerigen CSU-Vize Horst Seehofer nimmt Lerchenberg aufs Korn, weil der Ingolstädter sein Nokia-Handy aus Protest gegen die Werksschließung in Bochum ausgemustert habe. Der „Handy-Horst“ sei wie Phoenix aus der Asche gestiegen, ätzt Lerchenberg. „Als Verlierer vom bayerischen Schlachtfeld in am Kinderwagerl nausgrollt worden, und jetzt schon wieder ganz oben dabei, als heuschreckenbekämpfender David, der den Handy-Goliaths das Fürchten lehrt.“ Doch das sei für Seehofer nicht frei von Risiken: „Demnächst, wenn ein Kleiderfabrikant zusperrt, zieht er sich dann nackert aus, oder was?“

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) bekommt sein Fett vor allem beim traditionellen Singspiel weg, wo er als Tankwart in der Tankstelle Nockherberg veräppelt wird. „Allem Anfang wohnt ein Zauder inne“, beschreibt Beckstein-Darsteller Andreas Borcherding den verhaltenen Start des neuen Bayern-Premiers. Es sei für ihn ein hohes Lob, wenn seine Frau Marga einmal sage: „Heut warst net amal schlecht.“

Unentwegt kämpft der Bühnen-Beckstein mit einem sprechenden Kaffeeautomaten, aus dem plötzlich die Stimme von Franz Josef Strauß erschallt. „Beckstein, Du hohle Nuss!“, tönt der CSU-Übervater. „Die Wähler der CSU sind hilflos einer unfähigen Staatsregierung ausgesetzt.“

Das ruft Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber auf den Plan, der neben der Tankstelle in einem alten Wohnwagen haust. „Gebt mir mein Amt zurück“, klagt das neue Stoiber-Double Franz Kriege über seine Erben, „wir machen uns lächerlich.“ Denn auch die reiselustige Chefin Angela Merkel (Corinna Duhr) macht sich ausgiebig über das schwachbrüstige Tankstellen-Tandem Beckstein-Huber lustig. „Du meine kleine Knuddel-CSU.“

So manchem aufrechten Christsozialen ist da der Spaß indes schon längst vergangen.