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Mit Satellit und Hacklstecken auf Tour

- Wanderer-Glück an der Arnsberger Leiten: Unter anderem mit diesem Foto wirbt der Naturpark Altmühltal um die Gunst des lauffreudigen Publikums. Die Zuwächse in diesem Segment sind beträchtlich. Jetzt sollen die Wanderer sich auch noch mit modernster Technik im Altmühltal zurechtfinden. - Foto: Naturpark Altmühltal
Eichstätt (EK) Das gute alte Wandern erlebt eine Renaissance. Doch weil wir im 21. Jahrhundert leben, fordert die Moderne ihren Tribut. Im Naturpark Altmühltal heißt das: In einigen Wochen können sich die Fußgänger mittels Satelliten-Navigation (GPS) durch die Landschaft leiten lassen.
Ab Frühsommer, so kündigt der Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein an, steht auf der Homepage des Naturparks die GPS-lesbare Landkarte im Maßstab 1:50 000 zum Herunterladen bereit. Wer dann ein GPS-taugliches Kleingerät sein Eigen nennt, kann sich seinen Standort vom Satelliten zeigen lassen. Das Bild von Laptop und Lederhose wird im Altmühltal zur Variante "GPS und Hacklstecken".
"Man muss ehrlicherweise sagen, dass das noch kein Massengeschäft ist, aber die Geräte sind schon weit verbreitet und werden sich immer mehr verbreiten", sagt Würflein. "Es gibt auch immer mehr Handys, die auf dieser Basis funktionieren", und in vier, fünf Jahren werde das technischer Standard sein. Der Wanderer könne daheim am Computer die Karte des Naturparks auf sein mobiles Gerät namens "PDA" oder auf sein Handy laden, und dazu gebe es dann auch noch an Ort und Stelle Informationen zu den interessantesten Standorten. An den Fundamenten eines römischen Limesturms ließe sich das Foto eines rekonstruierten Turms samt kurzem Text aufrufen. Ja, einen ganze Stadtrundgang, etwa durch Eichstätt, könne man sich mit dieser Technik auf sein PDA laden.
Möglich ist auch, sich zu Gasthäusern mit regionaler Küche oder zu den schönsten Barockkirchen navigieren zu lassen. Und das Ganze funktioniert natürlich als "digitaler Reiseführer" nicht nur für Wanderer, sondern auch für Radfahrer, die sich demnächst ihre Routen aufs "Navi" hinterlegen könnten.
"Leute fragen danach"
Das alles sei sehr viel mehr als ein "Gag", betont Würflein. Bei Mountainbikern zum Beispiel sei GPS schon weit verbreitet, selbst übers Altmühltal gebe es da in der Szene schon Material. "Die Leute fragen uns danach." Dennoch hätte es wohl noch nicht geeilt mit der topmodernen Technik, wenn nicht das Bayerische Wirtschaftsministerium ein Modellprojekt ins Leben gerufen hätte. Touristiker im Steigerwald, in Berchtesgaden und im Altmühltal sitzen nun zusammen mit Wissenschaftlern der Technischen Universität München zusammen, um die Satelliten-Navigation so praxisnah wie möglich zu machen. Letztlich, sagt Würflein, gehe es um die optimale Entwicklung des neuen europäischen Navigationssystems Galileo, das eines Tages GPS den Rang ablaufen soll.
Wanderer der "alten Schule" kommen aber auch in Zukunft auf ihre Kosten: Noch in diesem Jahr erscheint ein Wanderführer über den Wallfahrerweg, der von Breitenbrunn nach Wemding quer durch die Diözese Eichstätt führt und noch als Geheimtipp gilt.
Über den Altmühltal-Panoramaweg ist soeben beim Verlag Esterbauer ein Wanderführer erschienen, der deutschlandweit in den Buchhandlungen stehen wird. "Das GPS wird also sicher nicht die gedruckten Karten und Reiseführer ersetzen", sagt Würflein. "Aber es bringt die Technik-Freaks zum Wandern."
Und angesichts der großen Nachfrage und der Begeisterung der Wanderer will der Naturpark Altmühltal keine Trends verpassen: "Wir haben jetzt natürlich einen Ruf zu verlieren."
Von Richard Auer





