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Landkreise wollen mehr Kompetenzen
Forderung: Sozial- und Jugendhilfe neu ordnen
Bad Kissingen (dpa) Die bayerischen Landkreise fordern vom Freistaat mehr Kompetenzen und mehr Geld für alle Bereiche der Sozial- und Jugendhilfe. Insbesondere die Zuständigkeit für die Hilfe zur Pflege müsse komplett auf die Landkreise übertragen werden, betonte der Präsident des Landkreistages, Theo Zellner (CSU), gestern in Bad Kissingen. Zugleich müsse der Freistaat seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag in den Schulen wirksamer wahrnehmen.
Notwendig sei insbesondere der flächendeckende Ausbau von Ganztagsschulen. Der Staat müsse dafür die pädagogische wie die finanzielle Verantwortung übernehmen. Der Landkreistag fordert zudem wirksamere Maßnahmen zur Behebung von Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche und eine bessere Förderung von Kindern aus ausländischen Familien.
Unzureichend sei die staatliche Förderung von Kindertagesstätten. Die Landkreise seien bereit, bei der Verbesserung des Bildungs- und Erziehungsauftrages für Kinder und Jugendliche mitzuwirken. „Wir weisen darauf hin, dass jeder Jugendliche, der mit Bildungs- und Erziehungsdefiziten ins Erwachsenenalter eintritt, schnell zum Empfänger anderer Sozialleistungen wird“, betonte Zellner zum Abschluss einer Tagung unter dem Motto „Jungsein und Altwerden im ländlichen Raum“.
Im Sinne einer generationenübergreifenden Familienpolitik wollen die Landkreise auch ein altengerechtes Wohnumfeld in den Kommunen schaffen. Dazu zählten neben dem altersgerechten Umbau bestehender Wohnungen auch der Bau von Mehrgenerationenhäusern. Diese könnten als soziale Treffpunkte, Erfahrungs- und Ideenbörse, aber auch als Orte der Begegnung von Alt und Jung dienen. Notwendig ist nach Ansicht des Landkreistages auch der Ausbau von Kurz- und Tagespflegeeinrichtungen.





