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Für eine starke Hauptschule
Initiative will der Schule Profil geben und Schüler individuell fördern
Eichstätt (hr) Während in Rheinland-Pfalz die Hauptschule als Schulform abgeschafft wird, soll sie in Bayern stärker als bisher als tragende Säule des dreigliedrigen Schulsystems ausgebildet werden.
Ziel der "Initiative Hauptschule" ist es, wie der für die Hauptschulen im Landkreis Eichstätt zuständige Schulamtsdirektor Josef Mirlach in einem Gespräch mit dem EICHSTÄTTER KURIER erklärt, die Hauptschule mit einem neuen Profil zu stärken und die Schülerinnen und Schüler optimal und individuell zu fördern, um ihnen Zukunftschancen sowohl in der Ausbildung und im Beruf als auch im privaten Bereich zu geben. Das, so Mirlach, sei nötig, weil gerade nach der vierten Grundschulklasse eine äußerst "heterogene Gruppe" in die Hauptschule wechsle. Bisher hätten sich die Lehrkräfte mehr oder weniger am Leistungsdurchschnitt einer Klasse orientiert, und das soll nach der Devise "die Schüler dort abholen, wo sie gerade stehen", relativiert werden.
Weiterer Schwerpunkt sei es, die Hauptschule als berufsvorbereitende Einrichtung mit einem klaren Profil zu versehen und die Schüler "ausbildungsfähig" zu machen. "Erhöhung der Ausbildungsreife" lautet hier das Schlagwort, das unter anderem auch dazu führen, soll, dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Schule ohne Abschluss verlassen, deutlich verringert wird. Ihre Zahl macht in Bayern derzeit etwa zehn Prozent der Schulabgänger aus, im Landkreis "weniger als fünf Prozent", so Mirlach. Bei all dem allerdings soll die Hauptschule nach wie vor auch eine Institution der Vermittlung einer breiten Allgemeinbildung sowie der Erziehung zur Sozial- und Selbstkompetenz sein und bleiben. Dass für die Erreichung dieser Ziele nicht nur schulintern eine große Anstrengung nötig ist, sondern auch die Mitarbeit vieler Institutionen und Personen außerhalb der Schule notwendig ist, ist Mirlach klar. Neben den Lehrern und den Schulleitern sind auch die Eltern und die Gemeinden als Sachaufwandsträger der einzelnen Schulen oder Firmen und Betriebe gefordert.
Gerade im Flächenlandkreis Eichstätt mit zum Teil kleinen Hauptschulen wird es künftig nötig sein, Kooperationen zwischen den einzelnen Schulen einzugehen. Und da sind auch die Rathauschefs gefordert, zur Sicherung ihrer Schule mit der Nachbarschule zusammenzuarbeiten, was beispielsweise Gastschulbeiträge, Schülerbeförderung oder Ausstattung von Fachräumen betrifft. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass beispielsweise der westliche Landkreis überwiegend in der Hauptschule Schottenau zusammengefasst ist (mit den beiden Auslagerungsstandorten Schernfeld und Nassenfels), dass die neue Hauptschule Titting 117 Schüler in fünf Klassen Schüler aufbietet, oder die Hauptschulen in Denkendorf (110 Schüler, sechs Klassen) und Kipfenberg (139; sieben) ohne Zusammenarbeit wohl kaum auf Dauer überlebensfähig sein werden. Das neue Konzept der Profilbildung sieht jedoch vor, dass im Idealfall an jeder Schule für jeden Schüler ein breites und umfassendes Bildungs- und Förderangebot bereit steht - dort, wo dies nicht möglich ist, ergänzend an der Nachbarschule. Ein erstes Gespräch hat mit den Bürgermeister bereits stattgefunden, ebenso Termine mit den Lehrkräften und den Schulleitern. Gespräche mit den Elternbeiratsvorsitzenden auf Landkreisebene sollen folgen, ebenso soll der Kontakt zur heimischen Wirtschaft ausgebaut werden.






