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Ingolstadt - Treibhaus für Firmengründungen

Region in bundesweitem Ranking auf Platz acht / Hildesheim an der Spitze

Von Carsten Rost

Berlin (DK) Der Raum Ingolstadt gehört mit zu den gründerfreundlichsten Regionen in Deutschland. Dies geht aus einer Untersuchung hervor, deren Ergebnisse gestern von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Berlin vorgestellt wurden. An der Spitze steht die Region Hildesheim.

In dem ersten bundesweiten Gründerranking, das vom Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Leibnitz Universität Hannover im Auftrag der INSM erstellt wurde, kommt die Raumordnungsregion Ingolstadt auf Platz acht unter insgesamt 97 untersuchten Regionen in Deutschland. Das bedeutet unter anderem, dass sich hier unter jeweils 100 Einwohner 8,02 Gründer von neuen Unternehmen finden.

Die im bundesweiten Ranking führende Region Hildesheim verzeichnet 8,8 Neugründer auf je 100 Einwohner. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Hamburg und der Raum  Hochrhein-Bodensee. Beste bayerische Gründerregion ist Augsburg, in der auf je 100 Einwohner 8,13 Neugründer kommen.

„Überraschungssieger Hildesheim profitiert von seiner effizienten Gründerförderung“, lobte INSM-Geschäftsführer Max Höfer die Wirtschaftsförderung vor Ort. „Hier kooperieren Banken, Ämter und Kammern so eng wie nirgendwo sonst in Deutschland. Diese Förderung aus einem Guss sollte in ganz Deutschland Schule machen“, forderte Höfer. Bewertet wurden die einzelnen Regionen nach den Kriterien „Anzahl der Neugründungen“, „Gründungsqualität“ und „Gründungsdynamik“.

Dabei zeigt sich, dass die Region Ingolstadt bei den Unternehmensgründungen nicht nur im Bund, sondern auch im Land ganz weit vorne mitspielt. Bayernweit belegt sie hinter Augsburg Platz zwei. Es folgen die Industrieregion Mittelfranken (7,09 Neugründungen je 100 Einwohner) sowie München (7,08). Damit kommen diese beiden Regionen bundesweit im Gründerranking auf die Plätze 15 und 16. Weiß-blaues Schlusslicht ist die Region Donau-Iller mit 1,6 Neugründungen je 100 Einwohner, was bundesweit gerade noch für Platz 93 reicht.

Ganz am Ende der Rangliste liegt die Region Altmark in Sachsen-Anhalt, in der sich gerade einmal 0,4 Gründer je 100 Einwohner finden. Auf Bundesebene zeigt sich den INSM-Angaben zufolge ein starkes West-Ost-Gefälle. Dies sei auf die unterschiedlichen Gründungsmotive und -einstellungen zurückzuführen. So seien die Ostdeutschen pessimistischer bei der Bewertung des jeweiligen Gründungsumfeldes, unterließen häufiger aus Angst vor dem Scheitern den Aufbau eines eigenen Unternehmens und hätten weniger Zutrauen in die eigenen Gründungsfähigkeiten als die Westdeutschen, hieß es. So führen Hessen, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die gründerfreundlichen Bundesländer an. Die Schlussgruppe bilden dagegen Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

„Um in Deutschland ein besseres Klima für mehr Gründungen zu schaffen, muss die Politik langfristig in Bildung und Forschung investieren und vorbildliche Rahmenbedingungen für Gründer ermöglichen“, forderte INSM-Geschäftsführer Höfer. Im Osten sollte man sich auf die „Förderung von Wachstumskernen konzentrieren, damit sich möglichst viele Start-ups bilden und noch stärker in der Region verankern können“.