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Offenkundige Defizite

Leserbrief zum Bericht "Antrag der FW denkbar knapp gescheitert (EK vom 6. Mai 2008):

Der von der FW eingebrachte Antrag auf Bestellung eines dritten Bürgermeisters ist an Mehrheiten gescheitert. Augenscheinlich hat hier machtpolitisches Kalkül den Ausschlag gegeben, weniger der Sinn für die Notwendigkeit einer ausgewogenen Präsenz in wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Geschehens unserer Stadt, unter anderem Universität, Kultur, Tourismus. Die Gegenargumente bei dieser Personalie sind nämlich schwer nachvollziehbar.

Die Frage ist doch nicht, ob man einen weiteren Amtsträger mit den Insignien der Würde ausstatten muss. Vielmehr geht es darum, unter den Stadtratsmitgliedern alle Einzelbegabungen sinnvoll zu bündeln und effizient einzusetzen. Mit dem "Beauftragtensystem" (Zitat Achim Janssen) nähert man sich zwar dem in anderen Kommunen bestellten "Referenten", aber griffig genug ist es nicht. Gar mit der Gefahr einer "Zweiklassengesellschaft" (Zitat Hans Eder) zu argumentieren, zeugt von blanker Berührungsangst! Ist hiermit eine bessere Vernetzung von Stadt und Universität hintergründig angesprochen? Angesichts offenkundiger Defizite sollte man sich gerade dieser Herausforderung mit Entschlossenheit stellen. Studierende und wissenschaftliches Personal fühlen sich nicht eindeutig genug aufgefordert, vorhandene Ressourcen einzubringen, ein Nährboden für Abschottung. Diese ist umso bedauerlicher, als man zum Beispiel in den Bereichen Stadtentwicklung und Tourismus durchaus sich den Zugriff auf Denkleistungen sichern könnte.

Die anerkennenswerte Arbeit der Ratsmitglieder muss nicht kleingeredet werden. Aber mein Appell ist: Verpflichten Sie Herrn Professor Köppel als kompetenten, vermittelbaren und sehr engagierten Repräsentanten gerade für vorgenannten "Acker", den es zu bestellen gilt.

Horst Christen

Eichstätt