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Machtgehabe der CSU
Leserbrief zu "CSU lässt keinen Zweifel an den Machtverhältnissen" (EK vom 10./11./12. Mai):
Die CSU lässt bei der konstituierenden Sitzung des Eichstätter Kreistags nicht nur keinen Zweifel an den Machtverhältnissen, sondern auch keinen Zweifel an deren Demokratieverständnis. Mit 50,1% der Gesamtstimmen im Landkreis besetzt die CSU nun 58% der Sitze in den meisten Ausschüssen, da diese nach d’Hondt besetzt werden. Wären die Ausschüsse nach Hare-Niemeyer besetzt, gäbe es eine Patt-Situation, so der Landratsamtsjurist, also 50 Prozent der Sitze für die CSU. Wieso entspricht dies nicht dem Wählerwillen bei einem Wahlergebnis von 50,1% für die CSU
Es gibt aber auch Gemeinden, in denen es gute Demokraten gibt: Nämlich in Adelschlag, wo der Gemeinderat den zweiten und dritten Bürgermeisterposten einstimmig der CSU und SPD zugesteht, da der erste Bürgermeister ein Freier Wähler ist und eine Verteilung auf alle drei Parteien dem Wahlergebnis dort entspricht.
Da wir gerade vom dritten Bürgermeister sprechen: Weil die CSU in der Stadt Eichstätt keine absolute Mehrheit mehr besitzt, konnte sie nur mit Glück einen kompetenten Kandidaten aus Reihen der Opposition verhindern – und hat dies leider erfolgreich geschafft. Chance vertan kann man da nur sagen – vor allem für die künftige Zusammenarbeit der Stadt mit der Universität ist das allerdings ein verheerendes Signal. Angesichts dieser Vorgehensweise braucht sich die Eichstätter CSU- Hauptversammlung nicht über die steigende Politikverdrossenheit wundern, denn eine der Ursachen liegt im landauf, landab praktizierten Machtgehabe der CSU.
Peter Gottstein junior
Eichstätt





