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"Werde mein Bestes tun"

Meine Sorgen sind jetzt deine Sorgen sagte Altlandrat Rudi Engelhard (rechts) bei der Durchsicht der Akten seinem Nachfolger Josef Schäch, mit dem er während der Woche bereits alle nötigen Absprachen getroffen hatte.
Kräftig mit angepackt hat der neue Landrat Josef Schäch an seinem ersten Tag im Amt beim Aufstellen des Maibaums der Wolnzacher Feuerwehr. - Fotos: Ermert

Pfaffenhofen (pat) Eher ruhig, ja fast schon beschaulich begann die Amtszeit von Josef Schäch als neuer Landrat. Den 1. Mai verbrachte er ganz traditionell beim Maibaumaufstellen in Wolnzach. Am Freitag folgte die offizielle Übergabe der Amtsgeschäfte durch Altlandrat Rudi Engelhard.

Als Symbole des Amtswechsels überreichte der bisherige Landkreischef seinem Nachfolger den Generalschlüssel des Landratsamtes und den kürzlich beschlossenen Kreishaushalt. Dann erörterten der alte und der neue Landrat auch aktuelle Aufgaben, wichtige Themen für die kommenden Wochen und einige "schwierige Fälle". Josef Schäch: "Ich bin sehr froh, dass sich der bisherige Amtsinhaber sehr kooperativ gezeigt hat." Rudi Engelhard sicherte zu, seinem Nachfolger auch künftig mit "Rat und Tat" zur Seite zu stehen.

Josef Schäch betonte, dass er sachlich und vertrauensvoll mit allen Kreisräten und Fraktionen zusammenarbeiten wolle. "Die Wähler haben mir einen riesigen Vertrauensvorschuss gegeben, ich werde mein Bestes tun, die Erwartungen zu erfüllen." Er wolle, wie versprochen, "ein Landrat für alle" sein und habe deshalb schon für den 8. Mai den Termin des ersten Bürgersprechtages festgesetzt.

Rudi Engelhard verabschiedete sich gut gelaunt in den Ruhestand. "Sie sehen mich hier keineswegs als gebrochenen Menschen", betonte er. Zehn Wahlen hat sich Engelhard während seiner politischen Karriere gestellt. Die letzte bedeutete gleichzeitig seine erste Niederlage. "Das ist eben Demokratie", sagte er. Die nächste Zeit verbringt er in Namibia und New York. Und eine Reise nach Polen in den Partnerlandkreis Tarnow steht ebenfalls noch an. "Meine Sorgen sind jetzt deine Sorgen", sagte Engelhard abschließend zu seinem Nachfolger und fügte an: "Es gibt Schlimmeres als mit 58 Jahren in Rente zu gehen – obwohl ich gerne noch einige Jahre gearbeitet hätte."

Davon ist Josef Schäch noch weit entfernt. Und so stand sein 1. Mai ganz im Zeichen dieser großen Aufgabe, der er sich in den kommenden Jahren widmen wird. Am Vormittag hatte er zusammen mit Wolfgang Zwack sein Büro im Wolnzacher Rathaus endgültig geräumt. "Ich habe es einfach nicht früher geschafft", gestand er, damit ein bisschen spät dran zu sein. Danach musste er zur Maikundgebung auf den Pfaffenhofener Hauptplatz, ehe zur Mittagsstunde ein angenehmer Termin in Wolnzach auf ihn wartete. Zunächst half er tatkräftig mit, den Maibaum vor dem Feuerwehrhaus aufzustellen, dann stärkte er sich beim gemeinsamen Mittagessen und wurde abschließend offiziell als Vorsitzender der Wolnzacher Wehr verabschiedet.

Ein wenig Freizeit, ein Spaziergang mit dem Hund, ein Besuch bei den Pferden und ein gemeinsamen Essen mit seiner Frau Barbara standen ansonsten den Nachmittag und Abend über in seinem Terminkalender, der "gerne öfters so angenehm bestückt sein könnte", wie Schäch zugab. In den Akten wühlte er erst wieder am Abend, um sich auf seine Termine am Freitag vorzubereiten.

Mit dem Politisieren hatte er es an seinem ersten Arbeitstag noch gar nicht so. "Das Thema Inderwies ist für mich schon längst erledigt", wollte er rund um dieses Kapitel bei den Freien Wählern nicht nachtarocken. Inderwies habe sich nicht der Wahl gestellt und seinen Austritt aus freien Stücken für sich selbst beschlossen.

Die während seines Dubai-Urlaubs getroffenen Absprachen zwischen den Kreistagsfraktionen der CSU und SPD bezeichnete er "vor allem aus der Ämtervergabe meiner Stellvertreter heraus begründet". Er habe die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen während der nächsten sechs Jahre auf eine breitere Basis stellen wollen. "Ich bin mir sicher, dass es bei den Sachthemen ein konstruktives Miteinander geben wird", so Schäch.

 

Von Patrick Ermert