Seiteninhalt
Das bunte Bündnis setzt sich durch

- Die Sieger der Stellvertreter-Wahlen: 2. Bürgermeister Albert Gürtner und 3. Bürgermeisterin Monika Schratt.
Pfaffenhofen (PK) Jetzt ist Thomas Herker auch ganz offiziell Pfaffenhofens Nr. 1: Bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrates am Dienstagabend wurde der SPD-Bürgermeister durch Helmut Stadler, das älteste Mitglied des Gremiums, vereidigt und durfte sich die Amtskette umlegen lassen.
"Ich gelobe Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern. Ich gelobe, den Gesetzen gehorsam zu sein und meine Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen. Ich gelobe, die Rechte der Selbstverwaltung zu wahren und ihren Pflichten nachzukommen" – so lautet der Eid, den Thomas Herker im Raiffeisensaal ablegte.
Der neue Rathauschef bat nach seiner kurzen Antrittsrede (Bericht folgt) seinerseits die neuen Mitglieder des Stadtrates zur Vereidigung. Neu ins Gremium gewählt wurden bekanntlich Peter Feßl, Markus Käser, Steffen Kopetzky, Adolf Lohwasser (alle SPD), Hans Bergmeister, Martin Rohrmann, Florian Schranz (alle CSU), Peter Heinzlmair (FW), Angelika Furtmayr (Bündnis 90/Die Grünen) und Wolfgang Moll (FDP). Und diesen zehn Neulingen schloss sich bei der Vereidigung Hans Prechter (CSU) an, der ja vom Bürgermeisterstuhl auf einen Stadtratssitz wechseln musste. Thomas Herker schlug dem Gremium im Anschluss vor, wieder zwei Bürgermeister-Vertreter zu wählen. In Sachen 3. Bürgermeister meldete allerdings die FDP/FUW-Fraktion ihren Widerstand an. Wie Franz Kaindl erklärte, habe sich auch in den letzten sechs Jahren wieder gezeigt, dass der 3. Bürgermeister als Vertreter des Rathauschefs im Amt so gut wie nie benötigt werde ("das war nicht einmal ein Tag") und deshalb solle auf die Besetzung dieser Position verzichtet werden. Bürgermeister Herker verwies allerdings auf die ständig zunehmenden repräsentativen und gesellschaftlichen Pflichten, die auf mehrere Schultern verteilt werden sollten. Und bis auf die drei Räte der FDP/FUW votierten schließlich alle Mitglieder des Gremiums für zwei Stellvertreter.
In geheimer Wahl galt es jetzt zunächst den 2. Bürgermeister zu küren. Für das neue 17-köpfige Regierungsbündnis aus SPD, Freien Wählern, Grünen und ödp schlug hier – wie erwartet – Max Hechinger seinen FW-Stadtratskollegen Albert Gürtner vor. Die auf elf Sitze geschrumpfte CSU-Fraktion schickte den bisherigen 2. Bürgermeister Franz Schmuttermayr ins Rennen. Nach der Auszählung der 30 gültigen Stimmzettel (ein Wahlzettel war ungültig) stand fest: Die Regierungskoalition hatte ihre erste Bewährungsprobe problemlos gemeistert: Auf Albert Gürtner entfielen 18 Stimmen und damit konnte sich der 47-Jährige über ein geschlossenes Votum des bunten Bündnisses freuen und bekam offenbar auch eine Stimme aus der FDP/FUW-Fraktion. Franz Schmuttermayr konnte zwölf Stimmen auf sich vereinen – damit dürften alle CSU-Räte sowie wohl ebenfalls ein Mitglied der FDP/FUW-Fraktion für den 70-Jährigen gestimmt haben, der sein Amt an Albert Gürtner abgeben musste.
Nach dessen Vereidigung stand gleich das nächste Duell an: Die 56-jährige Monika Schratt (Grüne/Bündnis 90) wurde als 3. Bürgermeisterin vorgeschlagen, für die CSU trat die 54-jährige Brigitte Axthammer an. Auch hier setzte sich die neue Rathausregierung wieder klar durch: Von den 28 gültigen Stimmen (drei Wahlzettel waren ungültig) entfielen 17 auf Monika Schratt, elf auf Brigitte Axtammer. Und damit war das rot-orange-grüne Bürgermeisterdreigestirn komplett.
Bereits an diesem Donnerstag stehen bei der nächsten Stadtratssitzung (Beginn: 18 Uhr) weitere wichtige Personalentscheidungen wie die Besetzung der Referentenposten und der Ausschüsse an. Nach den beiden Niederlagen bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter muss die CSU auch dabei wohl mit dem Verlust attraktiver Aufgabengebiete rechnen.
Von Robert Schmidl





