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Buntes Bündnis für eine lebendige Stadt

Mit einem Glas Sekt stießen Bürgermeister Thomas Herker (Mitte) und seine designierten Stellvertreter Albert Gürtner und Monika Schratt auf den Abschluss der Koalitionsvereinbarung an. - Foto: W. Hailer

Pfaffenhofen (PK) Das bunte Regierungsbündnis im Stadtrat ist offiziell besiegelt. Punktgenau zum Beginn der neuen Legislaturperiode am 1. Mai setzten Bürgermeister Thomas Herker und die 16 Stadtratsmitglieder von SPD, Freien Wählern, Grünen und ödp ihre Unterschrift unter die Koalitions-Vereinbarung.

Vor der Maikundgebung am Donnerstag hatten sich alle Mitglieder der künftige Rathauskoalition im Cafe Stockers versammelt, um den erfolgreichen Abschluss der wochenlangen Verhandlungen zu verkünden und nach der Unterschrift mit einem Glas Sekt auf die künftige Partnerschaft anzustoßen. "Die Gespräche sind in einem offenen und konstruktiven Klima verlaufen und das lässt auf eine ebenso gute Zusammenarbeit in den kommenden sechs Jahren hoffen", sagte ein sichtlich gelöst wirkender neuer Bürgermeister. Mit dem Ergebnis der Kommunalwahl hätten die Pfaffenhofener Bürger laut Herker ihren Wunsch nach einem Wechsel in der Stadtpolitik eindeutig zum Ausdruck gebracht. Und diesem Wunsch wolle das neue Bündnis nun gerecht werden.

"Gemeinsam Pfaffenhofen bewegen – Stadt im Aufbruch 2008" steht als Leitmotto über der Koalitionsvereinbarung, die Thomas Herker als erste Amtshandlung am Donnerstag präsentierte. Die ersten zwölf Monate werde die Koalition als so genanntes "Orientierungsjahr" nutzen und dabei analysieren, "wie die mittel- und langfristige Entwicklung der Stadt Pfaffenhofen ausschauen kann," sagte der Bürgermeister. Dazu hat sich die Koalition ein Sieben-Punkt-Programm an Sofortmaßnahmen vorgenommen, die bis Mitte 2009 umgesetzt werden sollen. "Danach werden wir ein fundiertes Konzept für die künftige Entwicklung der Stadt vorlegen, das über die Legislaturperiode hinaus wirkt." Wie Thomas Herker erklärte, soll sich das Rathaus-Bündnis regelmäßig in einem Koalitionsausschuss treffen. Spätestens in zwei Monaten werde man sich wieder in größerer Runde zusammen setzen, um eine erste Bilanz der Stadtratsarbeit zu ziehen, und zu diskutieren, "wo wir bei den Sofortmaßnahmen noch nachbessern müssen."

Großen Wert legt die neue Rathausregierung nach den Worten von Thomas Herker auf eine offene Informationspolitik und Bürgerbeteiligung. "Die Bürger sollen wissen, was passiert."

"Mehr Vielfalt, mehr Lebendigkeit und vor allem mehr Gemeinschaft einer aktiven Bürgerschaft" sind in der Koalitionsvereinbarung als grundlegende Ziele definiert. Die Arbeit der Stadt müsse in den nächsten Jahren geprägt sein durch mehr Tatendrang, mehr Offenheit für Ideeen von innen und außen und mehr Mut, auch unkonventionelle Wege zu gehen. Und vor allem müsse der Grundsatz gelten: " In Pfaffenhofen soll jeder sein Leben in eigener Regie und nach eigenen Wünschen gestalten können. Von der Vielfalt profitieren wir alle!"

Die Stadt Pfaffenhofen stehe heute im bayernweiten Vergleich noch in vielen Punkten gut da und zähle aufgrund ihrer Lage und ihres Potenzials wahrscheinlich sogar weltweit zu den attraktivsten und wohlhabendsten Wirtschafts- und Lebensräumen, beschreibt das Koalitionspapier die gegenwärtige Situation. Allerdings bringe die schleichende Entwicklung zu einer Wohn- und Pendlerstadt zunehmende Probleme mit sich. Die Stadt sei in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent gewachsen, doch habe die Entwicklung der Arbeitsplätze am Ort damit nicht Schritt gehalten. Zwei Drittel der Erwerbstätigen würden täglich in auswärtige Ballungsgebiete pendeln.

Aufgrund struktureller Defizite und wegen der Sparmaßnahmen der letzten Jahre stehe die Stadt vor einem "Berg unerledigter Aufgaben", zum Beispiel bei der Sanierung maroder Straßen, Kanäle und Gebäude. Diese "Altlasten" stellen die Stadt laut Koalitionspapier auch vor große finanzielle Herausforderungen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei Pfaffenhofen bei einer Aufrechnung von Rücklagen und Verbindlichkeiten zwar schuldenfrei. "jedoch ist nach jetziger Planung der Stadtkämmerei bereits in zwei Jahren mit einem Anstieg des Schuldenberges auf rund 24 Millionen Euro zu rechnen."

 

Von Willy Hailer