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Wechsel an Landkreisspitze vollzogen

- Neuburg (DK) Der Amtswechsel ist vollzogen. Im Rahmen einer Feierstunde wurde Landrat Richard Keßler am Mittwochnachmittag mit vielen Dankesworten in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolger Roland Weigert wurde von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand ins Amt eingeführt.
Neuburg (DK) Der Amtswechsel ist vollzogen. Im Rahmen einer Feierstunde wurde Landrat Richard Keßler am Mittwochnachmittag mit vielen Dankesworten in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolger Roland Weigert wurde von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand ins Amt eingeführt.
Hillenbrand gefiel vor großer Besucherkulisse als exzellenter und humorvoller Redner. "Zuviel Weihrauch macht selbst einen Heiligen schwarz", meinte er mit Blick auf seine Vorredner und straffte den Rückblick auf Richard Keßlers 24-jähriges Wirken. Der Regierungspräsident von Oberbayern war gekommen, um Keßler in den Ruhestand zu verabschieden und seinen Nachfolger Roland Weigert ins Amt einzuführen. Den bisherigen Landrat charakterisierte er als angenehmen, offenen und ehrlichen Verhandlungspartner, der die Ziele des Landkreises und seiner Bürger jedoch hartnäckig aber immer kompromissbereit vertreten habe. In einem Stakkato erinnerte Hillenbrand an die Donaumoossanierung, das Auenzentrum, die Überführung des Kreiskrankenhauses in eine andere Rechtsform und vieles mehr. Als Präsent hatte der Regierungspräsident eine historische Säule aus der 1864 geschaffenen Fassade der Regierung von Oberbayern im Gepäck. "Wir haben sie bei deren laufender Sanierung geborgen", sagte Hillenbrand, "sie ist damit eine spezielle Form des Behördenabbaus." Keßlers Nachfolger Roland Weigert, dessen aktives und dynamisches Eintreten für die Belange von Handel und Gewerbe ihm bekannt sei, wünschte Hillenbrand Kraft, Mut und Glück. Er bot dem neuen Landrat Unterstützung, Begleitung und – wenn erbeten – auch Rat an.
Wissenschaftsminister Thomas Goppel war terminlich verhindert, würdigte aber per Videobotschaft Keßlers Verdienste und beglückwünschte den Ausscheidenden zu seiner Bilanz. An den Nachfolger gerichtet, meine Goppel: "Herr Weigert, Sie werden es nicht leicht haben." Das sieht der neue Landkreischef anders. "Meine Parteifreiheit wird mir Türen über alle Grenzen hinweg öffnen", sagte der Mann aus Karlshuld in seiner Antrittsrede. "Ich glaube an den Landkreis, weil ich die Menschen mag und an die Menschen glaube", versicherte er. Den Bürgern und Kommunen und vor allem sich selbst müsse er in den kommenden Jahren viel Engagement abverlangen.
Davon hatte Amtsvorgänger Richard Keßler eine Menge. Landratsstellvertreterin Rosina Straub, langjährige Weggefährtin des künftigen Pensionärs, unternahm vor einem großen Auditorium, bestehend aus Politikern, Vertretern von Wirtschaft, Kirche, Behörden und Sozialverbänden, einen Rückblick "auf 24 Jahre erfolgreiche Tätigkeit". Als sie auf die Dynamisierung der Donau-Auen zu sprechen kam, sagte Straub: "Damit, lieber Richard, hast Du ein Meisterstück vollbracht." Der Erhalt des Berufsschulstandortes Schrobenhausen sei zudem "ein echtes Bravourstück" gewesen.
Außerhalb des Protokolls drängten immer wieder Redner ans Mikrofon. Benno Walter und Fritz Müller erinnerten für die CSU-Fraktion an die Pflöcke, die Keßler in den 24 Jahren eingeschlagen hat, beispielsweise die Gründung des Donaumoos-Zweckverbandes. Michael Kettner (SPD), seit 1984 persönlicher Wegbegleiter Keßlers, überreichte "einen roten Tropfen von den Roten". Dass es sich dabei um einen Affentaler handelte, "soll keine Anspielung auf manche Vorstellung im Kreistag sein". Dankesworte kamen auch von FW-Fraktionschef Hans Scholz und Landratsstellvertreter Raimund Kerner. Lothar Klingenberg (Grüne) meldete sich zu Wort und Auguste Schmid schenkte dem Ehepaar Keßler namens der Bürgermeister einen Kurzurlaub in Bad Füssing. Sie wünschte auch Nachfolger Weigert alles Gute, "damit der Landkreis auf der Erfolgsspur bleibt".
Weigerts Idee war der Auftritt des Landkreiskinderchores unter Leitung von Norbert Heine. Der Chor besteht aus 54 Kindern. Ihr Auftritt berührte Richard Keßler merklich. Von den Schulen kamen ebenfalls Dankesworte und Präsente für den scheidenden Landrat, der in seiner Amtszeit der Bildung große Bedeutung beigemessen hat. Eine Gewichtung, die auch seinem Nachfolger Roland Weigert zu eigen ist. Bildung, Arbeitsplätze, vernetztes Denken, gemeinsam die Dinge angehen, davon sprach der "Neue" in einem harmonischen und ausgewogenen Schlusswort, das nichts von den Spannungen spiegelte, die zwischen ihm und dem Amtsinhaber im Wahlkampf geherrscht hatten. Und damit es auf keinen Fall an Harmonie gebricht, rundete das Salonorchester Salonzauber aus Schrobenhausen die intensive Feierstunde mit wohltemperierten Klängen ab.
Von K. P. Frank





