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Kreistag

Konrad nimmt Mandat nicht an

Neuburg (kpf) Der gescheiterte CSU-Landratskandidat Josef Konrad nimmt sein Kreistagsmandat nicht an. Am Mittwochnachmittag teilte der 53-jährige Landwirtschaftsdirektor aus Schrobenhausen dem Kreis-Wahlausschuss überraschend mit, er müsse sein Mandat "aus beruflichen Gründen" niederlegen. Für ihn rückt auf der CSU-Liste erster Ersatzmann Anton Kaiser (50), Metzgermeister aus Burgheim, in den Kreistag nach.

Wie aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervorgeht, habe der Ausschuss das Rücktrittsgesuch mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Nach Artikel 13 der Landkreisordnung sind Kreisbürger zur Übernahme von Ehrenämtern des Landkreises verpflichtet, es sei denn, es liegt ein wichtiger Grund vor. Dies können neben gesundheitlichen, familiäre oder berufliche Gründe sein. Die von Josef Konrad vorgebrachten Gründe seien nachvollziehbar und tragfähig gewesen, erklärt Pressesprecher Florian Huber, ohne sie zu konkretisieren. Ganz so überraschend war der Rückzieher des Mühlrieders nun doch nicht. Bereits am Abend der Stichwahl hatte sich Konrad Bedenkzeit erbeten, ob er sich unter einem Landrat Roland Weigert in den Kreistag setzen werde. Andererseits hatte der 53-Jährige im Wahlkampf seine hohe Kompetenz herausgekehrt und via Prospekt wissen lassen, er sehe es als wichtigste Aufgabe der Politik an, die Anliegen der Menschen zu erkennen und in die politische Arbeit aufzunehmen. Unter anderem hatte sich der Spitzenkandidat für ein drittes Gymnasium im Landkreis stark gemacht.

Bei der Wahl am 2. März hatte Josef Konrad als Listenführer auf dem CSU-Wahlvorschlag für den Kreistag 39 735 Stimmen erhalten. Bei der Stichwahl am 16. März hatten 12 630 Wähler für den Mann aus der Agrarverwaltung als Landrat votiert, 23 556 Wähler entschieden sich für Roland Weigert von den Freien Wählern.

Der eine will sein Kreistagsmandat nicht wahrnehmen, der andere kann nicht. Der 40-jährige Roland Weigert aus Kleinhohenried hat inzwischen schriftlich erklärt, dass er den Amtseid als Landrat leisten werde. Nachdem er aber nicht in Personalunion Landrat und Kreisrat zugleich sein darf, das verbietet der Gesetzgeber, rückt auch auf der Liste der Freien Wähler ein Ersatzmann nach. Der Langenmosener Polizeibeamte und Bürgermeister Thomas Hümbs ist der Glückliche, der mit 12 355 Stimmen als erster Nachrücker auf die Warteschleife musste und dank Weigerts Wahlsieg nun doch in den Kreistag einziehen kann.

Von Klaus Peter Frank