Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles


Neue Links

Unter der Internetadresse www.gymnasium-gaimersheim.de finden Sie künftig alle wichtigen Informationen über das Gymnasium Gaimersheim. Wir bitten um freundliche Beachtung!


Neuer Internetauftritt

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler Bayern ist nun in Zukunft unter www.fw-landtag.de zu erreichen.


Seiteninhalt

"Mit dem kann man was anfangen"

Tänzerisch zur ersten Amtshandlung: Sepp Mißlbeck eröffnete den Seniorennachmittag im Arm von Sonja Schürle. Für den 64-Jährigen war es die Premiere als Dritter Bürgermeister. - Foto: Herbert

Ingolstadt (DK) Am 2. Mai wählte der Stadtrat Sepp Mißlbeck zum Bürgermeister. Gestern Nachmittag hatte der 64-Jährige seinen ersten öffentlichen Auftritt im neuen Amt. Er durfte den Seniorennachmittag auf dem Pfingstvolksfest eröffnen. Die Runde mit dem Riesenrad ließ er aber aus.

"D’Original Paartaler" spielen einen Tusch. Durchpusten bei Sepp Mißlbeck, als er um kurz nach 14 Uhr an das grüne Mikrofon auf der Bühne tritt. Das Stiftl-Zelt ist nicht einmal halb gefüllt. Vielleicht macht ihm das seine erste Amtshandlung etwas leichter.

Nun, so ganz stimmt das nicht. Am Freitag vor einer Woche durfte Mißlbeck schon zur Linken von OB Lehmann Platz nehmen. Das war bei der konstituierenden Sitzung des Stadtrates. Dort bekam Mißlbeck Unterstützung von 32 Stadträten, die ihm die Stimme gaben. Doch gestern Nachmittag war er ganz auf sich alleine gestellt. "Liebe Ingolstädterinnen und Ingolstädter, liebe Schanzer Bürger", sagt er ins Mikrofon, das seine Stimme im Zelt verbreitet. Der Auftakt ist gemacht, wenngleich die Nervosität fast zu greifen ist. "Für mich ist das alles etwas Neues", gesteht er seinen Zuhörern, "durch die Wahlen stehe ich jetzt hier, als eine Art Ersatzbürgermeister."

Ersatz für Brigitte Fuchs, die in den vergangenen sechs Jahren die andernorts als "Grüß-Gott-August" verspottete Funktion des dritten Bürgermeisters inne hatte und bei den Bürgern weiter sehr beliebt ist.

Fuchs sitzt unten in einer Box am Tisch, als Mißlbeck sie verbal zur "Altbürgermeisterin" krönt. "Passt schon, Seppi", hat sie ihm mit auf den Weg zur Bühne gegeben. Gemeint ist der neue Trachtenjanker, den sich der 64-Jährige über sein schickes blaues Hemd mit Krawatte gezogen hat. Unten am Prominententisch sitzt auch Stadtrat Hans Stachel, der Mißlbeck in der internen Abstimmung um den Bürgermeisterposten bei den Freien Wählern unterlegen war. Wie die anderen im Zelt erlebt er, wie der Bürgermeister seinen ersten Tanz im Amt auf das Parkett legt. Mit Sonja Schürle von der Seniorengemeinschaft Brunnenreuth, Spitalhof und Hundszell dreht Mißlbeck sich zwischen den Bänken. Die Kapelle spielt das Kufstein-Lied. Der Bürgermeister lacht herzlich, die Frauen sparen nicht mit Lob: "Mit dem kann man was anfangen", sagt Schürlein, als sie wieder an ihrem Tisch sitzt. "Alle Zehen sind noch dran", scherzt Mißlbeck, ehe er seinen Seniorennachmittag mit einer Halben Wasser ausklingen lässt.

"Richtig gut gemacht, für das erste Mal", sagt Brigitte Fuchs neben ihm, bevor sie zu ihrer traditionellen Riesenradfahrt mit den Senioren aufbricht. "Da muss sich der Sepp schon was anderes suchen", sagt sie neckisch, "das gehört nicht zum Amt. Ich habe das schon lange gemacht, bevor ich Bürgermeisterin geworden bin."

Mißlbeck ist da ein anderer Typ im Rathaus. Kaum eine halbe Stunde nach seiner Rede fährt er schon in Richtung München davon. "Termin für die Firma" sagt er knapp. Jeden Morgen will er sich aber nur eine Stunde Zeit nehmen für das Unternehmen, den Rest des Tages für die Stadt. Er möchte bald von Büro zu Büro gehen. sich richtig einarbeiten. Die erste Woche haben noch Parteiaufgaben, namentlich die beiden Seitenwechsler von der SPD, bestimmt. "Ich bemühe mich bei den FW mehr und mehr, eine neutrale Position einzunehmen", sagt er.

Den Job des Vermittlers wird Mißlbeck von Mal zu Mal immer besser beherrschen, genauso wie den des bürgernahen Rathausrepräsentanten. Er sitzt jetzt an der Quelle der Informationen in der Verwaltung, bespricht sich täglich mit Finanzbürgermeister Albert Wittmann im Büro.

"Wir sind erwachsen geworden", sagt er über die Zusammenarbeit seiner Freien Wähler mit der CSU. Auch Sepp Mißlbeck rückt mit 64 noch einmal auf die Lehrbank.

 

Von Christian Rehberger