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Geglückter Start der neuen Koalition

- Sanfter Amtswechsel: Brigitte Fuchs gratulierte ihrem Nachfolger Sepp Mißlbeck sehr herzlich.
Ingolstadt (DK) Das neue Rathausbündnis aus CSU und FW hat am Freitag einen guten Start hingelegt. Die Koalitionspartner stimmten mit großer Geschlossenheit für die Bürgermeister Albert Wittmann (CSU) und Sepp Mißlbeck (FW).
Christsoziale und Freie Wähler verfügen seit dem Wechsel von Franz Götz und Andreas Schleef zusammen über 34 der 51 Sitze im Stadtrat. Und Finanzbürgermeister Wittmann bekam bei der geheimen Wahl eine Mehrheit von genau 34 Stimmen. Doch auch Mißlbeck konnte mit seinen 32 Stimmen recht zufrieden sein.
Nachdem das Pflichtprogramm für die Koalition ohne größere Reibungsverluste absolviert war, konnte OB Alfred Lehmann sich und dem Plenum ein paar emotionale Minuten erlauben. Stichwort: "Bürgermeisterin der Herzen". Brigitte Fuchs verliere zwar ihr Amt, aber das "Alleinstellungsmerkmal" als erste Bürgermeisterin in der Geschichte Ingolstadts werde ihr niemand mehr nehmen können. "Sie war im Stillen eine Ansprechpartnerin für viele", so umschrieb der Oberbürgermeister die Stärken der Stadträtin, "sie hat in bemerkenswerter Weise die liebenswürdige, offene Seite im Rathaus verkörpert." Ein großer Blumenstrauß und der längste Beifall der Sitzung bewiesen, dass Fuchs eine echte Sympathieträgerin ist. Hätte nur noch der Ruf nach einer "Zugabe" gefehlt.
Bemerkenswert gute Ergebnisse verbuchten auch die vier Stadtreferenten Herbert Lorenz, Helmut Chase, Franz Pögl und Fritz Bernhard, die am Freitag in geheimer Abstimmung wiedergewählt wurden. Alle vier konnten im Vergleich zu ihrer Wahl vor sechs Jahren deutlich zulegen. Am besten schnitt Lorenz mit 50 von 51 Stimmen ab, am schlechtesten Chase mit 40 Stimmen. Großen Applaus bekam Lorenz, als er im Namen Bernhards erklärte, dieser sei sehr optimistisch und freue sich darauf, "möglichst bald wieder arbeiten" zu können. Der wiedergewählte und allseits geschätzte Umwelt- und Sozialreferent konnte wegen seiner Krebserkrankung an der Stadtratssitzung nicht teilnehmen.
Dem neu formierten Stadtparlament bot sich zum Start nur eine Gelegenheit zur kontroversen Diskussion: die Verkleinerung der Ausschüsse von 14 auf 12 Mitglieder. SPD und Linke sind damit nicht einverstanden, scheiterten aber mit ihren Anträgen, bei 14 Sitzen zu bleiben. Durch die Verkleinerung komme "der Wählerwille nicht zur Geltung", sagte Jürgen Siebicke (Linke) in seiner ersten Wortmeldung als Stadtrat. OB Lehmann sprach dagegen von einem "besonders demokratischen Verfahren". Gegen die Zwölferausschüsse stimmten SPD, Linke, ÖDP, Grüne und Gerd Werding (FW).
Rathauschef Lehmann hatte zu Beginn in seiner Antrittsrede die "besondere Art des Umgangs miteinander" beschworen, die im Ingolstädter Stadtrat stets gepflegt worden sei. "Ich hoffe sehr und bin auch zuversichtlich, dass wir dieses traditionell gute Klima auch in der Zukunft feststellen können." Schließlich stehe man vor einer "Vielzahl von Herausforderungen", so der OB weiter, von der "Gestaltung des Verkehrs" bis zur Grundsatzentscheidung über den Sportpark, die Anfang Juni getroffen werden soll.
Von Reimund Herbst





