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CSU nominiert Haderthauer und Peterke

Neuburg (r) Die CSU Ingolstadt-Neuburg geht mit Christine Haderthauer (45) und Rudolf Peterke (62) in die Landtagswahl am 28. September. Knapp 100 Delegierte nominierten die Generalsekretärin am Samstag in Neuburg-Zell mit 92 Prozent Zustimmung.

Rudolf Peterke erhielt ohne Gegenstimme per Handheben den "Zuschlag" als Kandidat für die Oberbayern-Liste der CSU. Der Schrobenhausener Innenpolitiker müsse wieder "ganz oben platziert werden", verlangte die Generalsekretärin, "gerade weil wir jetzt hier einen parteifreien Landrat haben". Peterke sei auch von der Ingolstädter Führung einstimmig empfohlen worden, "und wir werden für ihn Wahlkampf machen", erklärte Kreisvorsitzender Hans Süßbauer.

Die Rückschläge bei der Kommunalwahl blieben in Anwesenheit von CSU-Größen wie Horst Seehofer, Hermann Regensburger, OB Alfred Lehmann und OB Bernhard Gmehling nur ein Randthema. Dennoch bleiben die schmerzlich verlorenen Landratswahlen in Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen sowie die Verluste im Stadtrat Ingolstadt in den Hinterköpfen präsent.

"Sachpolitisch hat uns niemand etwas vorzuwerfen gehabt", meint Christine Haderthauer. Die CSU stehe insgesamt hervorragend da. Sie sei "alternativlos" und werde sich strategisch neu ausrichten. Eine erste Offensive soll am heutigen Montag die Vorstellung eines Steuerkonzeptes mit Entlastungen für mittlere und geringe Einkommen sein.

Nach 30 Jahren im Bezirkstag kandidiert Rudolf Geiger ein weiteres Mal für dieses Mandat. 94 von 97 Delegierten nominierten ihn am Samstag als Direktkandidaten für den Stimmkreis Ingolstadt-Neuburg. Um den von Otto Sixl zurückgegebenen Listenplatz bewarben sich Brigitte Fuchs (59) aus Ingolstadt und Elfriede Müller (57) aus Neuburg. Fuchs setzte sich erwartungsgemäß mit 64:33 Stimmen durch.

Elfriede Müller hatte sich kurzfristig zur Kandidatur entschlossen. Der Listenkandidat für den Bezirkstag müsse "nicht zwangsläufig aus Ingolstadt kommen", meinte Reinhardt Reißner. Neuburg habe keinen einzigen Mandatsträger mehr. Rudolf Peterke bedauerte den Umstand, dass der CSU-Kreisverband Pfaffenhofen einen eigenen Listenkandidaten bringen will: "Das tangiert die regionale Geschlossenheit". Peterkes Kollege Hans Süßbauer wies Vorwürfe zurück, Bezirksrat Otto Sixl sei zur Aufgabe gedrängt worden. Sixl habe sein Mandat in eigener Verantwortung zurückgegeben.

Christine Haderthauer, 2003 mit stattlichen 62 Prozent erstmals in den Landtag gewählt, skizzierte ihre aufregenden ersten Jahre in der "großen" Politik. Die "riesige Erwartungshaltung" schien die hoch motivierte Generalsekretärin schier zu erdrücken. Mittlerweile stelle sich Routine ein, so Haderthauer, "und besonders der Kommunalwahlkampf hat mich gezwungen, schnell in die Aufgabe hineinzuwachsen". Die Basisarbeit für den Stimmkreis bleibe ihr Anliegen, "und zwar vom Orgelzuschuss für Rennertshofen bis zum Ausbau der Fachhochschule Ingolstadt." Christine Haderthauer sprach von "großem Vertrauen", mit dem sie in Neuburg samt Umland aufgenommen worden sei. Davon wolle sie viel zurückgeben.

Horst Seehofer stellte ihr Bestnoten aus. Christine Haderthauer sei "Aufsteigerin der deutschen Politik", Aushängeschild "und das Beste, was wir haben". Die wiedergewählten Oberbürgermeister Alfred Lehmann (52 Prozent) und Bernhard Gmehling (70 Prozent) bezeichnete er als "Leuchttürme in der Region".

Seehofer rief die regionale CSU zu "Geschlossenheit und Bescheidenheit" auf. Der Wahlerfolg müsse stets aufs Neue erkämpft werden. Die Landtagswahl im Herbst dürfte die schwierigste in der Parteigeschichte der CSU werden. Die Ingolstädter SPD gebe derzeit aus Sicht des Bundesministers ein Beispiel, "wie man sich durch persönliche Zerstrittenheit selber zerlegen kann".