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"Am Kurs ändert sich nichts"

Ingolstadt (smr) Peter Gietl umschiffte die Klippen mit viel Geschick: Dem Vorsitzenden und Fraktionschef der Freien Wähler gelang es bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend, die Wogen zu glätten und das FW-Schiff wieder in ruhige Gewässer zu bringen. Eindringlich, in einem fast einstündigen Plädoyer, begründete der "Kapitän", die Entscheidung der Fraktion, die bisherigen SPD-Stadträte Andreas Schleef und Franz Götz mit an Bord zu nehmen. Gietl bediente sich dabei eines Bildes: "Es ist wie auf einem Schiff: Erst gehörten acht Leute zur Mannschaft, jetzt zehn. Das wird am Kurs nichts ändern."

Zur Meuterei kam es zwar nicht im Gasthaus Daniel, doch Kritik wurde schon geübt. So machte Michael Schels keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: "Ich hab’ jetzt schon drei Mal verloren." Er meinte die mit den anderen Parteien vor der Wahl geschlossene Listenverbindung, den Regierungspakt mit der CSU und nun den Zuwachs. Andere Mitglieder erzählten, sie würden oft von Wählern angesprochen, die sich betrogen fühlten. "Aus der Euphorie, die nach der Wahl herrschte, ist ein Wirrwarr geworden", so Otto Pfaffenzeller.

Doch es gab auch Zustimmung: Erwin Schmaus zum Beispiel bemerkte, die Aufnahme der beiden Stadträte sei eine gute demokratische Bewährungsprobe für die Freien Wähler. Bürgermeister Sepp Mißlbeck betonte, Peter Gietl werde es in seiner gewohnt ruhigen Art gelingen, die heterogenen Kräfte zu bündeln. Stadtrat Markus Reichhart betonte, die Fraktion habe jetzt eindeutig mehr Gewicht. Sein Kollege Wolfgang Scheuer erinnerte daran, die FW hätten kein Parteiprogramm, sondern machten Kommunalpolitik.

FW-Chef Gietl beließ es am Schluss bei der Bemerkung: "Bei uns wird nicht intrigiert, sondern integriert. Ich bin froh, wenn alle Querelen vorbei sind und wir wieder zur praktischen und pragmatischen Arbeit zurückkehren können. Denn da liegt unsere Stärke." Aus dem FW-Verein sind übrigens drei Mitglieder ausgetreten und drei neue dazugekommen.

Von Suzanne Schattenhofer