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05. August 2006

"Pfahldorf von Schweineställen eingekesselt"

Kipfenberg/Pfahldorf (mme) Seit Wochen dreht sich in Pfahldorf die Diskussion um die Errichtung eines Zuchtschweinestalles mit Ferkelaufzuchtstall und Güllegrube. Rund 170 Bürger aus dem Kipfenberger Ortsteil haben mit ihrer Unterschrift gegen das Bauvorhaben ihre Furcht vor möglicherweise unerträglichem Gestank bekundet.

Der Bauantrag von Josef Regler, der außerhalb der Ortschaft den Schweinestall plant, wurde im Gemeinderat Mitte April eingehend beraten. Das Gremium verweigerte seinerzeit das gemeindliche Einvernehmen. Nun hat das Landratsamt Eichstätt eine Stellungnahme abgegeben, die Bürgermeister Rainer Richter während der Sitzung verlas. Für derartige Bauvorhaben bestehe dann ein Rechtsanspruch auf eine Genehmigung, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen stünden und die Erschließung gesichert sei, heißt es in dem Schreiben. Öffentliche Belange, etwa in dem Sinn, dass das Bauvorhaben den Vorgaben des Immissionsschutzes nicht entspricht oder schädliche Umwelteinwirkungen hervorrufen kann, seien nach Meinung der Bauverwaltung jedoch nicht erkennbar. Nach eingehender Prüfung aller Zulassungskriterien geht das Landratsamt davon aus, dass das Vorhaben genehmigungsfähig ist.

In den vergangen Wochen haben die Pfahldorfer Bürger nach geeigneten Alternativgrundstücken gesucht. Martin Gabler bot seinen Acker am Isenbrunner Weg, der mit einer Betonstraße erschlossen ist, im Tausch an. Johann Gabler hat die kostenlose Verlegung der Wasserleitung bis zum Alternativgrundstück angeboten. Der Bauherr hat sich durch diese Angebote jedoch nicht von dem von ihm gewählten Standort abbringen lassen. Bei einer Ortseinsicht habe sich der Bauwerber bereit erklärt, das Vorhaben 50 Meter weiter vom Ort weg nach Süden zu versetzen. Die Entfernung zum nächst gelegenen Wohnhaus im Dorfgebiet werde durch das Abrücken auf mehr als 300 Meter ausgeweitet. Laut Stellungnahme des fachlichen Immissionsschutzes sei ein Abstand zum Dorfgebiet von 101 Metern ausreichend. Da das gemeindliche Einvernehmen nur aus bauleitplanerischen Gründen versagt werden dürfe, sei es zu erteilen, so das Landratsamt.

Kritische Windrichtung

Von dem weiteren Abrücken des Bauvorhabens von der Ortschaft versprechen sich die meisten betroffenen Bürger keine Minderung des Gestanks, da das Projekt nach wie vor in einer kritischen Windrichtung liege. Es sei für Pfahldorf untragbar, dass der Ort regelrecht von mehreren Schweineställen eingekesselt und an sehr vielen Tagen im Jahr mit Schweinegestank im Ort zu rechnen sei, so die Meinung zahlreicher Bürger.

Die eingehende Diskussion der Angelegenheit habe gezeigt, so der Bürgermeister, dass in naher Vergangenheit Schweineställe genehmigt worden seien, die heute nicht mehr genehmigungsfähig wären. Vielleicht werde in naher Zukunft auch die Meinung einen rechtlichen Niederschlag finden, dass Menschen mindestens ebenso schutzwürdig seien wie Bäume, wetterte Richter. D er vorgeschriebene Abstand zum Wald sei nämlich größer, als der zur Wohnbebauung .

Wer an der Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens festhalte, handele im weitesten Sinne gegen seinen Amtseid. Er bringe damit jedoch zum Ausdruck, so Richter, dass er die Immissionsschutzvorschriften bezüglich der Schweineställe nicht für ausreichend halte und dass er mit gesetzlichen Regelungen, die Bäume mehr schützen als Menschen, nicht einverstanden ist. Im Rahmen der Sitzung forderten auch die zahlreich erschienen Pfahldorfer die Marktgemeinderäte nochmals auf, an der Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens festzuhalten.

Der Wert, der in diesem Fall zu schützen sei, sei der Ortsfriede, sagte Anton Haunsberger. Auch eine Erweiterung des Bauprojekts durch nachfolgende Generationen dürfe man sich mit dem heute gewählten Standort nicht verbauen, so Haunsberger. Eine Situation wie in Attenzell dürfe es keinesfalls ein weiteres Mal geben, erklärte Eduard Schnepf. Es müssten sämtliche Möglichkeiten ausgenutzt werden, Alternativen zu finden.

Anton Haunsberger führte noch aus: Einerseits fördere man in Pfahldorf den Fremdenverkehr - derzeit bestehen Pläne, das bestehende Hotel zu einem Wellnesshotel zu erweitern - andererseits handele man mit der Genehmigung des Schweinestalles an der geplanten Stelle gegen touristische Interessen. Bernhard Weiß und Franz Bauer, beide selbst Landwirte, sprachen sich für das Bauvorhaben aus. Man solle die Diskussion emotionslos führen. Der gute Wille des Bauwerbers sei durch die Verschiebung des Standortes erkennbar. Bei der Abstimmung verweigerte der Marktgemeinderat mit zehn zu zwei Stimmen erneut das gemeindliche Einvernehmen.

Matthias Metzel, 04.08.2006 19:42